Waldbrandkatastrophen nehmen weltweit deutlich an Häufigkeit und Kosten zu

Durch | Oktober 2, 2025

Waldbrandkatastrophen nehmen weltweit deutlich an Häufigkeit und Kosten zu, so eine neue Studie. Fast die Hälfte der verheerendsten Ereignisse der letzten 44 Jahre ereignete sich allein im letzten Jahrzehnt. Hauptursache hierfür ist zunehmend extremes Brandwetter in gefährdeten, dicht besiedelten Regionen. Die Ergebnisse, die auf einer Analyse globaler Rückversicherungsdaten und internationaler Katastrophenberichte basieren, zeigen einen besorgniserregenden Trend und unterstreichen die Notwendigkeit, sich an eine brandgefährdetere Welt anzupassen. Menschen leben seit Jahrtausenden mit Waldbränden zusammen, doch Klimawandel, Landmisswirtschaft und die Ausbreitung in brennbare Gebiete haben die Risiken verschärft. Trotz weit verbreiteter Bedenken geben die Autoren dieser neuen Studie an, dass es bisher kaum systematische globale Belege dafür gibt, ob gesellschaftlich verheerende Waldbrände – Ereignisse mit erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Folgen – häufiger oder kostspieliger werden. Dies könnte teilweise auf den Mangel an langfristigen, globalen Daten zu den sozioökonomischen Auswirkungen von Waldbränden zurückzuführen sein, da viele Regierungen weltweit solche Informationen der Öffentlichkeit vorenthalten. Um diese Lücke zu schließen, haben Calum Cunningham und Kollegen zwei globale Katastrophendatenbanken zusammengestellt und harmonisiert – den NatCatSERVICE von Munich Re, einen der umfassendsten proprietären Rückversicherungsdatensätze, und die öffentlich zugängliche Emergency Events Database (EM-DAT )  – um Waldbrandkatastrophen von 1980 bis 2023 zu untersuchen. Diese integrierten Datensätze ermöglichten es den Autoren, sowohl die gesellschaftlichen Auswirkungen als auch die finanziellen Verluste durch große Waldbrandkatastrophen (d. h. solche, die 10 oder mehr Todesopfer forderten oder zu den 200 größten waldbrandbedingten wirtschaftlichen Verlusten im Verhältnis zum nationalen BIP gehörten) auf globaler Ebene zu bewerten.

Cunningham  et al.  stellten fest, dass Waldbrandkatastrophen in den letzten 40 Jahren weltweit deutlich zugenommen haben, wobei ab etwa 2015 eine deutliche Beschleunigung zu verzeichnen war. Die Zahl der schweren wirtschaftlichen Katastrophen durch Waldbrände hat sich seit 1980 mehr als vervierfacht; 43 % der 200 verheerendsten Ereignisse ereigneten sich allein im letzten Jahrzehnt. Auch die Zahl der Todesopfer durch Waldbrände hat sich seit 1980 deutlich erhöht und verdreifacht. Den Ergebnissen zufolge ist diese Eskalation auf eine Kombination aus sich verschärfenden klimatischen Bedingungen, die extremes Brandwetter begünstigen, und menschlichen Faktoren wie der Ausdehnung der Schnittstelle zwischen Wildnis und Stadt, Landnutzungsänderungen und langfristigen Brandbekämpfungsmaßnahmen zurückzuführen. Obwohl feuergefährdete Biome wie mediterrane, gemäßigte Nadelwälder und boreale Wälder überproportional von Katastrophen betroffen sind, zeigen sich nun auch in anderen Regionen erhebliche Auswirkungen, insbesondere am Rande wohlhabender Stadtgebiete, wo die finanziellen Folgen besonders ausgeprägt sind.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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