
Das Modell ICON, entwickelt vom Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), dem Deutschen Wetterdienst (DWD) und Partnern, wird sowohl für Wettervorhersagen als auch für Klimaprojektionen genutzt. Bisher wurden beide Anwendungen getrennt weiterentwickelt, da Wettervorhersagen hohe Auflösung und aktuelle Atmosphärendaten erfordern, während Klimamodelle langfristige Prozesse wie den Ozeanwärmetransport berücksichtigen. Nun hat ein Forschungsteam erste Erfolge bei der Zusammenführung beider Ansätze erzielt.
Dank moderner Supercomputer können längere Zeiträume mit hoher Auflösung simuliert werden, was die Lücke zwischen Wetter- und Klimamodellierung schließt. Das Team hat die Atmosphärenkomponente ICON-NWP (Wettervorhersage) mit der Ozeankomponente ICON-O (Klimaforschung) gekoppelt und unterschiedliche Parametrisierungen sowie Datenassimilationsmethoden harmonisiert. Daraus entstanden zwei neue Konfigurationen: eine für globale Wettervorhersagen mit gekoppeltem Ozean, die derzeit getestet wird, und ICON XPP (eXtended Predictions and Projections) für Klimasimulationen, die Entwicklungen der Wettervorhersage integriert.

Diese Konfigurationen sind enger verzahnt als frühere ICON-Modelle, was direktere Vergleiche von Wetter- und Klimaprozessen ermöglicht. ICON XPP wird für das Coupled Model Intercomparison Project (CMIP7) eingesetzt, dessen Ergebnisse bis 2027 in den nächsten IPCC-Bericht einfließen sollen. Zudem ermöglicht es hochaufgelöste Klimasimulationen, etwa zur Rolle von Ozeanwirbeln bei Wetter- und Klimaschwankungen.
Die Entwicklungen stärken die Fähigkeit, Wetter- und Klimavorhersagen integriert anzugehen, und bieten präzisere Services von kurzfristigen Wetterprognosen bis zu dekadischen Klimaprojektionen.

