Zweites Leben für Elektroauto-Batterien durch innovative Demontage

Durch | September 2, 2025

Alte Traktionsbatterien aus Elektrofahrzeugen haben oft noch eine Restkapazität von 70 bis 80 Prozent, was sie für den weiteren Einsatz im Fahrzeug ungeeignet macht, aber ideal für alternative Anwendungen. Statt sie zu schreddern, könnten diese Batterien in Privathaushalten, Unternehmen oder bei Stromnetzbetreibern als Speichersysteme weiterverwendet werden. Das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) in Chemnitz entwickelt zusammen mit EDAG Production Solutions eine automatisierte Demontageanlage, die Batterien wirtschaftlich zerlegt und für ein „zweites Leben“ aufbereitet. Das Projekt zielt darauf ab, Ressourcen zu schonen, die Lebensdauer von Batteriekomponenten zu verlängern und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

Erst durch Automatisierung werden Demontageprozesse wirtschaftlich Credits Fraunhofer IWU

Die geplante Pilotanlage in Chemnitz soll die wachsende Menge an Altbatterien bewältigen, die bis 2030 in der EU voraussichtlich um das Zehnfache steigen wird. Im Gegensatz zum herkömmlichen Recycling, bei dem Batterien oft zerkleinert werden, ermöglicht die Anlage eine beschädigungsfreie Zerlegung bis auf Zellebene. Defekte oder gealterte Zellen können ausgetauscht werden, während intakte Komponenten für neue Anwendungen – etwa in stationären Speichern oder sogar neuen Traktionsbatterien – weiterverwendet werden. Dies reduziert den Bedarf an energieintensiver Neuproduktion und erleichtert die sortenreine Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Lithium und Kobalt aus nicht wiederverwendbaren Zellen.

Die Anlage setzt auf KI-gestützte, variantenflexible Demontageprozesse, um unterschiedliche Batterietypen sicher und effizient zu handhaben. Ein integriertes Analysesystem prüft den Zustand der Module und Zellen, um ihre Wiederverwendbarkeit zu gewährleisten. Zudem dient die Infrastruktur als Datenplattform, um Recycling- und Wiederverwertungsprozesse zu standardisieren und die Weiterentwicklung von Qualifizierungsprofilen für Fachkräfte in Sachsen zu unterstützen. Interdisziplinäres Wissen aus Mechanik, Elektrotechnik und Informatik wird dabei immer wichtiger.

Das Projekt, das durch Steuermittel des Sächsischen Landtags kofinanziert wird, kombiniert Umweltschutz mit wirtschaftlichem Nutzen. Durch die Verlängerung der Batterielebensdauer und die Optimierung der Ressourcennutzung leistet die Demontageanlage einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität und zur Bewältigung der Herausforderungen der Elektromobilität in Europa.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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