Wiener Studie: Nur gesellschaftliche Transformation kann Klimakrise bewältigen helfen

Durch | August 8, 2025
Credits: hayleigh b, unsplash

Eine neue Analyse unter der Leitung von Ulrich Brand vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien beleuchtet die strukturellen Grenzen westlicher Staaten im Kampf gegen die Klimakrise. Zusammen mit Forschenden der Universitäten für Bodenkultur und Wirtschaftsuniversität Wien, dem Institut für Internationale Entwicklung sowie der Goethe-Universität Frankfurt zeigt die Studie, warum OECD-Staaten ihre Klimaziele verfehlen. Demnach fördern die bestehenden staatlichen Strukturen den Rückschritt in der Klimapolitik, da sie auf Wirtschaftswachstum und fossile Energien angewiesen sind.

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Seit der Pariser Klimakonferenz 2015 verfolgen viele OECD-Regierungen ambitionierte Dekarbonisierungsstrategien wie den Europäischen Grünen Deal, die über technologische Verbesserungen hinausgehen. Ziel ist es, Produktion und Konsum umzustellen und Wirtschaftswachstum von Ressourcenverbrauch und Emissionen zu entkoppeln, etwa durch erneuerbare Energien. Doch diese Strategien stoßen an Grenzen, da liberale kapitalistische Staaten von Steuereinnahmen aus einer wachsenden, fossil geprägten Wirtschaft abhängen. Dekarbonisierung bremst diese Dynamik und greift in den Alltag der Menschen ein, was Widerstand in Politik und Gesellschaft auslöst. Fehlende oder unerschwingliche klimafreundliche Alternativen verstärken diesen Effekt und schwächen die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen, während klimaskeptische Strömungen an Einfluss gewinnen.

Die Studie zeigt, dass nicht nur fehlender politischer Wille oder Lobbyinteressen die Klimaziele gefährden, sondern auch strukturelle Zwänge des Staates selbst. Um die Klimakrise zu bewältigen, bedarf es eines „Transformationsstaates“, der unabhängig von fossilen Sektoren und Wirtschaftswachstum funktioniert. Dieser müsste den Rückbau ressourcenintensiver Branchen fördern, einen klimafreundlichen Sozialstaat etablieren und demokratische Teilhabe stärken. Die Analyse basiert auf einer Auswertung relevanter Literatur, aktueller Entwicklungen und der Entwicklung neuer Konzepte, um die Forschung zu diesem dringenden Thema voranzutreiben.

Originalpublikation

Ulrich Brand, Daniel Hausknost, Alina Brad, Gabriel Eyselein, Mathias Krams, Danyal Maneka, Melanie Pichler, Etienne Schneider, Structural Limitations of the Decarbonisation State. In: Nature Climate Change
DOI: 10.1038/s41558-025-02394

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