
Berlin, 26. Juni 2025 – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Einwendungen gegen die geplante Verlängerung des Betriebs des LNG-Terminalschiffs „Höegh Gannet“ in Brunsbüttel bis 2029 erhoben. Ursprünglich für nur ein Jahr am Gefahrengutanleger vorgesehen, soll das Schiff nun sechs Jahre ohne ausreichende Umwelt- und Sicherheitsprüfungen betrieben werden, kritisiert die DUH.
Die Betreibergesellschaft Deutsche Terminal GmbH (DET) beantragt eine Verlängerung, die laut DUH auch die Ausnahmegenehmigung für erhöhte Emissionen von Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Formaldehyd umfassen würde. Diese Schadstoffe gefährden Gesundheit und Umwelt in der Region. „Die sechsjährige Abweichung von Umweltstandards ist inakzeptabel“, betont Sascha Müller-Kraenner, DUH-Bundesgeschäftsführer. „Das LNG-Beschleunigungsgesetz wird missbraucht, um Projekte zu genehmigen, die normalerweise nicht durchsetzbar wären.“
Das LNG-Beschleunigungsgesetz erlaubt beschleunigte Genehmigungen nur für Terminals, die mindestens 5 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich einspeisen. Die „Höegh Gannet“ erreicht jedoch nur 3,7 Milliarden Kubikmeter, was die Notwendigkeit des Projekts infrage stellt, insbesondere angesichts sinkender Gasnachfrage und gering ausgelasteter Terminals an Nord- und Ostsee.
Die DUH fordert, die Verlängerung auszusetzen, bis umfassende Prüfungen durchgeführt und die Öffentlichkeit eingebunden wurden. „Angesichts der stabilen Gasversorgungslage muss die Bundesregierung alle LNG-Projekte kritisch prüfen“, so Müller-Kraenner. Die DUH sieht im Festhalten am LNG-Beschleunigungsgesetz einen gefährlichen Präzedenzfall für fossile Infrastruktur, die den Klimazielen widerspricht.
Quellen: Deutsche Umwelthilfe

