
Kleine Erdkröten, kaum größer als ein 50-Cent-Stück, verlassen derzeit ihre Gewässer und beginnen ihre gefährlichste Lebensphase. Nach zwei bis vier Monaten entwickeln sich aus Eiern Kaulquappen und schließlich winzige Kröten, die als „Hüpferlinge“ ans Ufer springen. „Weil sie so klein und flink sind, werden sie im Gras oder auf Wegen oft zertreten oder von Rädern zerquetscht“, warnt Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung.
Obwohl die Erdkröte als „ungefährdet“ gilt, nehmen ihre Bestände in Deutschland ab. Straßen, Bebauung, Verkehrstod, Pestizide und der Klimawandel mit Dürren und ausgetrockneten Gewässern bedrohen die Amphibien. Private Gärten bieten wichtige Zufluchtsorte. Totholz-, Laub- oder Reisighaufen, feuchte Verstecke unter Steinen oder in Wurzelhöhlen schützen die Jungkröten vor Hitze und Fressfeinden wie Mardern, Katzen oder Greifvögeln. Chemie im Garten, wie Insektizide oder Schneckenkorn, ist tabu, da sie die Nahrungsgrundlage der Kröten vernichten oder sie vergiften. Erdkröten fressen Asseln, Käfer, Spinnen, Fliegen, Tausendfüßler und Larven, darunter viele Gartenschädlinge, und sind daher wertvolle Helfer.
Mit bis zu 15 Jahren Lebensdauer sorgen Erdkröten ab dem vierten oder fünften Jahr für Nachwuchs, bevorzugt in den Gewässern, aus denen sie stammen – vorausgesetzt, sie fanden dort gute Bedingungen. Einfache Maßnahmen in Gärten können den Hüpferlingen helfen, diese kritische Phase zu überstehen und ihre Bestände zu sichern.

