
Die Wasserhyazinthe, eine invasive Pflanze, bedroht den Tana-See in Äthiopien, indem sie das Ökosystem schädigt und den Lebensunterhalt von Fischern wie Fentie Wabi gefährdet. Das schnell wachsende Unkraut behindert Bootsfahrten, zerstört Netze und verdrängt einheimische Arten, was Fischerei und Wasserversorgung erschwert. Manuelle Entfernungsversuche der Dorfgemeinschaften blieben erfolglos, da die Pflanze schnell nachwächst.
Ein Biogasprojekt unter Leitung von Assistenzprofessorin Yezbie Kassa von der Universität Gondar bietet nun eine Lösung. Wasserhyazinthen werden zusammen mit Tierdung in Biogasanlagen verarbeitet, wo sie durch anaerobe Vergärung Methan und Kohlendioxid produzieren. Das Biogas dient als Koch- und Beleuchtungsenergie, während die verbleibende Gülle als natürlicher Dünger genutzt wird. Wabi, einer der ersten Teilnehmer, berichtet von höheren Erträgen auf seiner Farm und geringeren Kosten, da er keine chemischen Düngemittel mehr kauft. Das Projekt, zunächst in fünf Haushalten getestet, überzeugte die Dorfbewohner durch sichtbare Erfolge wie Gaslicht und sauberes Kochen, besonders zugunsten der Frauen.
Die Wasserhyazinthe eignet sich aufgrund ihres hohen flüchtigen Gehalts besonders gut für Biogas, produziert mehr Methan und weniger Schadgase als andere Materialien. Dennoch behindern Sicherheitsprobleme in Konfliktregionen und hohe Kosten für importierte Materialien die Ausweitung. Professor Getachew Sime Feyissa von der Hawassa-Universität betont, dass stärkere Regierungsunterstützung, Subventionen und Genossenschaften nötig sind, um das Modell skalierbar zu machen. Kassa sieht Potenzial für eine landesweite Anwendung, da die Pflanze auch andere Seen befällt. Lokale und föderale Behörden zeigen Interesse, und mit gezielter Finanzierung könnte das Projekt vielerorts umgesetzt werden.

