Kölner Startup dataMatters revolutioniert Stadtgrün-Pflege mit „Urban Tree Intelligence“

Durch | Juli 3, 2025
Credits: Paul Schärf, pexels

Stadtbäume sind essenziell für die Lebensqualität in urbanen Räumen, doch der Klimawandel bedroht ihr Überleben durch Trockenheit. Das Kölner Startup dataMatters, eine Ausgründung der RWTH Aachen, hat mit „Urban Tree Intelligence“ ein innovatives System entwickelt, das Bäume vor dem Austrocknen schützt, ohne Wasser zu verschwenden. Bereits in Dormagen, Hürth, Nordkirchen und Köln erfolgreich im Einsatz, nutzt das System Sensoren, Künstliche Intelligenz (KI) und das Smart-City-Betriebssystem urbanOS, um Bewässerung effizient und bedarfsgerecht zu gestalten.

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„Städte sind Brennpunkte des Klimawandels. Sie verbrauchen rund 80 Prozent der weltweiten Energie und verursachen über 70 Prozent der CO?-Emissionen, leiden aber auch am stärksten unter Hitzewellen und schlechter Luftqualität“, erklärt Dr. Daniel Trauth, Geschäftsführer von dataMatters. „Stadtbäume sind natürliche Klimaanlagen, CO?-Speicher und Lebensraum – aber sie brauchen Wasser, um zu funktionieren.“ Ein ausgewachsener Laubbaum kann an heißen Tagen bis zu 400 Liter Wasser verdunsten, was die Umgebung kühlt, und über sein Leben mehrere Tonnen CO? binden. Doch unter Trockenstress schließen Bäume ihre Stomata, was Kühlung und CO?-Bindung stoppt. „Ein Baum funktioniert nur, wenn er gesund ist“, betont Trauth.

„Urban Tree Intelligence“ löst das Problem pauschaler Gießrouten, die oft Wasser verschwenden oder Bäume unterversorgen. Sensoren messen die Feuchtigkeit im Xylem, dem Wasserleitungssystem des Baums, und übermitteln die Daten per Funk (LoRaWAN) an einen urbanen Datenraum. Dort wertet die KI von urbanOS die Daten unter Berücksichtigung von Wetterprognosen, Bodenfeuchte und Bodenbeschaffenheit aus. Das Ergebnis: ein Echtzeit-Überblick über den Wasserbedarf des Stadtgrüns im urbanCockpit, inklusive optimierter Routen für Bewässerungsfahrzeuge. „Das schont die Umwelt und Personalressourcen gleichermaßen“, sagt Trauth.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die KI-gestützte „Baumpersönlichkeit“. Basierend auf Baumart, Standort, Bodenprofil und Sonnenexposition definiert die KI 72 Persönlichkeitsprofile, sodass nicht jeder Baum Sensoren benötigt. Dank föderierter KI erfolgt die Datenverarbeitung weitgehend am Baum (Edge Computing), was Datenschutz und Effizienz erhöht. „Man kann von intelligenten Bäumen sprechen“, schmunzelt Trauth.

Das System ist Teil des umfassenden Smart-City-Konzepts von urbanOS, das bereits in über 25 Kommunen, darunter Essen, München und Nürnberg, getestet wird. Neben Bewässerung optimiert urbanOS Verkehr, Abfallwirtschaft, ÖPNV und Energieverbrauch. In Hürth spart die KI-gesteuerte Müllentsorgung 20 Prozent Kosten und 30 Prozent CO?. Pilotprojekte wie in Dormagen nutzen Sensoren in Laternen, um Umwelt- und Verkehrsdaten zu analysieren, während Coesfeld Wasserqualität und Wildmüll überwacht.

„Eine Smart City ist wie ein Puzzle, und jede Kommune entscheidet, wo sie anfängt“, erklärt Trauth. dataMatters bietet nicht nur Technik, sondern übernimmt auch Installation und Bürokratie, oft kostenfrei in Pilotphasen. Mit „Urban Tree Intelligence“ setzt das Startup neue Maßstäbe für nachhaltiges Stadtgrün-Management, das Klima und Kommunen gleichermaßen entlastet. Weitere Infos: www.datamatters.io

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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