
Eine neue Studie der Graduiertenuniversität Okinawa Institute of Science and Technology (OIST) enthüllt, dass die Diversifizierung der Anemonenfische, bekannt aus „Findet Nemo“, nicht nur durch ihre Beziehung zu Seeanemonen, sondern auch durch Verhalten und Physiologie angetrieben wird. Die Forschung, veröffentlicht in Current Biology (DOI: 10.1016/j.cub.2025.06.041), zeigt, wie ökologische Unterschiede die Evolution dieser farbenfrohen Riffbewohner beeinflussten.
Die Wissenschaftler unter Leitung von Vincent Laudet identifizierten zwei „Öko-Morphotypen“: „Abenteuerlustige“ Anemonenfische, die weit umherstreifen, mit kräftigen Muskeln und geringem Energieverbrauch, sowie „Stubenhocker“, die nahe ihrer Anemone bleiben, kleinere Muskeln haben und mehr Energie beim Schwimmen verbrauchen. Entgegen früheren Annahmen hängt diese Diversifizierung nicht primär von der Wirtsspezifität ab, sondern von Schwimmeffizienz, Muskelstruktur und Verhalten.

Die Studie kombinierte Freilandbeobachtungen, bei denen die Zeit der Fische in und außerhalb ihrer Anemonen gemessen wurde, mit Laborexperimenten in Schwimmtunneln, um Ausdauer und Sauerstoffverbrauch zu testen. 3D-Bildgebung und Computersimulationen analysierten Muskelanatomie und Hydrodynamik, die die Schwimmleistung beeinflussen.
„Diese feinen Unterschiede in Verhalten und Physiologie haben eine Schlüsselrolle in der adaptiven Radiation der Anemonenfische gespielt“, sagt Laudet. Die Ergebnisse unterstreichen, wie subtile Anpassungen die Biodiversität fördern und helfen, die Widerstandsfähigkeit von Arten in Zeiten des Umweltwandels zu verstehen. Anemonenfische könnten als Modellsystem für die Erforschung von Verhalten, Physiologie und Evolution dienen.

