
Im Naturdenkmal „Trog“ bei Quedlinburg wurde das erste genetische Erhaltungsgebiet für Wildpflanzen mit Bedeutung für Ernährung und Landwirtschaft (WEL) eingerichtet. Dieses Vorhaben ist Teil einer nationalen Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur Sicherung pflanzengenetischer Ressourcen in ihrem natürlichen Lebensraum. Das Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniert die bundesweite Einrichtung und Betreuung solcher Erhaltungsgebiete.
Im „Trog“ wurden 18 Wildpflanzenarten identifiziert, darunter Wilde Möhre, Gemeiner Spargel, Sand-Thymian, Furchen-Schwingel und Vogel-Wicke, die für Ernährung und Landwirtschaft von Bedeutung sind. Dank der Zusammenarbeit mit Schäfer Dietmar Festerling und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harz konnte dieses artenreiche Gebiet in das Netzwerk Genetische Erhaltungsgebiete Deutschland aufgenommen werden. Die Beweidung durch Schafe verhindert Verbuschung, schafft offene Bodenstellen und fördert die Samenverbreitung, wodurch die Artenvielfalt erhalten bleibt.

In diesen Erhaltungsgebieten erfolgt ein kontinuierliches Monitoring, und Saatgut wird für Genbanken gesammelt, um es für Forschung und Erhaltungsmaßnahmen zu sichern. Das Projekt IsWEL, initiiert 2020 vom JKI gemeinsam mit der Hochschule Anhalt, der Hochschule Geisenheim University und der Universität Osnabrück, zielt darauf ab, bundesweit etwa 60 solcher Hotspots zu sichern. Wildpflanzen wie diese sind für die Züchtung klima- und krankheitsresistenter Nutzpflanzen von großer Bedeutung, da ihre Bestände und genetische Vielfalt durch Umweltveränderungen zunehmend bedroht sind.

