Tierschützer protestieren gegen Delfinschlachtungen

Durch | September 17, 2025

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) hat am World Dolphin Day, dem 12. September, eine Protestaktion im Berliner Botschaftsviertel organisiert, um gegen die traditionellen Delfinschlachtungen in Japan und auf den Färöer-Inseln zu demonstrieren. Im Rahmen der Veranstaltung, die von der Captain Paul Watson Foundation Germany unterstützt wurde, überreichte die GRD insgesamt 24.144 Unterschriften an die Botschaften von Dänemark und Japan. Mit einer 800 Meter langen symbolischen Blutspur aus Stoffband zwischen den Botschaften machten die Teilnehmer auf die Grausamkeit der Treibjagden aufmerksam, die jährlich Hunderte intelligenter Meeressäuger das Leben kosten.

Die Aktion fand genau vier Jahre nach dem historischen Massaker vom 12. September 2021 statt, bei dem 1.428 Weißseitendelfine auf den Färöer-Inseln getötet wurden. Redner wie Mathias Hansen von der GRD und Tom Strerath von der Captain Paul Watson Foundation kritisierten die Rechtfertigung der Jagden durch kulturelle Traditionen und hoben das immense Leid der Tiere hervor. Björn Thun von PETA Deutschland erläuterte, warum Delfine und Wale trotz internationaler Schutzabkommen in ausgewählten Ländern weiterhin gejagt werden. Die Demonstranten betonten, dass Delfine als Schlüsselarten für das ökologische Gleichgewicht der Ozeane essenziell sind und ihr Verlust die biologische Vielfalt sowie die Stabilität der Meere bedroht – mit Folgen auch für die Menschheit.

Übergabe der Petitionen

Die GRD hatte in den vergangenen Jahren 19.608 Unterschriften gegen die Schlachtungen in Japan und 4.536 gegen die Jagden auf den Färöer-Inseln gesammelt. Während die Petition an die dänische Botschaft – vertreten für das autonome Gebiet der Färöer-Inseln – persönlich an eine Mitarbeiterin übergeben werden konnte, musste die japanische Petition anonym am Empfangshäuschen abgelegt werden. Die Organisation fordert die Botschaften auf, die Forderungen an die jeweiligen Regierungen weiterzuleiten und ein Ende der Tötungen zu initiieren. Die GRD erwartet eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Petitionen und ein klares Signal gegen die Praxis.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein künstlerischer Beitrag der GRD-Delfinbotschafterin Claudia Herr, Mezzosopranistin und Leiterin der UnterwasserOper. Sie spielte eine Aufzeichnung ihrer Unterwasser-Gesangssessions mit Delfinen vor La Gomera ab, die die emotionale Verbindung zwischen Mensch und Meeressäugern illustrierte.

Aktuelle Lage der Delfinschlachtungen

Auf den Färöer-Inseln, wo die sogenannte Grindadráp seit Jahrhunderten praktiziert wird, wurden allein in diesem Jahr bereits über 900 Delfine und Grindwale getötet. Zu den jüngsten Vorfällen zählen die Schlachtung von rund 100 Großen Tümmlern am 29. Juli in Skálafjørður sowie 53 Atlantischen Weißseitendelfinen am 25. August, darunter Jungtiere und säugende Babys. Frühere Ereignisse wie der Tod von 245 Grindwalen im Juni, einschließlich 25 trächtiger Weibchen, unterstreichen die Brutalität der Treibjagden, bei denen ganze Familiengruppen mit Booten in Buchten getrieben und mit Haken und Messern getötet werden. Die färöischen Gesundheitsbehörden warnen sogar vor dem Verzehr des Fleisches aufgrund hoher Giftstoffbelastungen, doch die Praxis wird weiterhin als kulturelles Erbe verteidigt.

In Japan begann die sechsmonatige Fang- und Tötungssaison im Fischerort Taiji Anfang September. Bereits am ersten Tag wurden zehn Rundkopfdelfine getötet, und bis Ende Februar ist eine Quote von 1.814 Tieren vorgesehen. Die Treibjagd, bei der Delfine mit Motorbooten und Unterwasserlärm in die Bucht getrieben werden, dient nicht primär der Nahrung, sondern dem Verkauf lebender Tiere an Delfinarien weltweit. Obwohl die Gesamtzahlen der gejagten Delfine in Japan seit 2000 um über 90 Prozent gesunken sind, bleibt Taiji Symbol für den internationalen Widerstand gegen diese Praxis. Tierschützer wie die Whale and Dolphin Conservation (WDC) appellieren an die Reisebranche, Delfin-Shows zu boykottieren, da diese den Nachfrage nach gefangenen Tieren aufrechterhalten.

Über die GRD und den Tierschutz

Die 1991 gegründete Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. setzt sich weltweit für den Schutz von Delfinen, Schweinswalen und Walen ein. Als gemeinnützige Organisation finanziert sie sich durch Spenden und organisiert Kampagnen, Petitionen und Aufklärungsarbeit. Die jüngste Aktion unterstreicht den anhaltenden Druck der Zivilgesellschaft auf Regierungen, um internationale Abkommen wie das UN-Moratorium zum Walfang zu stärken und grausame Traditionen zu beenden.

Weißdelfin der bei einer Treibjagd in Hvalba auf den Färöer Inselnseiten gefangen wurde wird mit einem Gabelstapler abtransportiert

Erik Christensen Porkeri Kontakt bei der dänischen Wikipedia CC BY SA 30

Hinweis: Dieser Bericht basiert auf der Pressemitteilung der GRD sowie aktuellen Berichten von Tierschutzorganisationen wie WDC und OceanCare. Weitere Informationen zur Petition und den Kampagnen finden sich auf der Website der GRD (www.delphinschutz.org).

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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