Meeresschnecke Conus lugubris offiziell als ausgestorben erklärt

Durch | Oktober 10, 2025

Eine Meeresschnecke, die einst an der Nordküste der kapverdischen Insel São Vicente heimisch war, gilt seit heute offiziell als ausgestorben. Die Kegelschnecke Conus lugubris wurde zuletzt 1987 gesichtet, wie die aktuelle Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature (IUCN) bestätigt. Die Hauptursache für ihr Verschwinden ist die Zerstörung ihres Lebensraums durch Küstenbebauung. Der Verlust dieser Art hat jedoch Schutzmaßnahmen für marine Wirbellose angestoßen, die weltweit neue Impulse für den Artenschutz setzen.

Die erdnussgroße Kegelschnecke war bis in die späten 1980er Jahre in der Matiota-Region von São Vicente verbreitet. „Massive Eingriffe in den Lebensraum, insbesondere durch Küstenentwicklung, haben zum Aussterben dieser räuberischen Molluske geführt“, erklärt Prof. Dr. Julia Sigwart vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. Trotz intensiver Suchaktionen unter der Leitung von Guilherme Mascarenhas von der Universidade Técnica do Atlântico seit 2011 konnte kein lebendes Exemplar mehr nachgewiesen werden. „Nach 38 Jahren ohne Sichtungen – das entspricht etwa sechs Schnecken-Generationen – müssen wir mit trauriger Gewissheit feststellen, dass Conus lugubris ausgestorben ist“, betont Dr. Manuel Jimenez Tenorio von der Universität Cádiz, der an der Bewertung beteiligt war.

Die IUCN hatte die Art zuvor als gefährdet eingestuft, nun wurde ihr Status auf „Extinct“ geändert. Kegelschnecken (Conidae) sind für ihre farbenprächtigen Gehäuse und ihre giftigen Harpunen bekannt, die medizinisch bedeutsame Conotoxine enthalten. Doch nur etwa 15 Prozent der auf der Roten Liste bewerteten Arten sind marinen Ursprungs, und lediglich 20 Prozent sind Wirbellose. Um diese Lücke zu schließen, wurde die „Marine Invertebrate Red List Authority (MIRLA)“ im Rahmen der Senckenberg Ocean Species Alliance (SOSA) gegründet. „Die Rote Liste ist ein politisch starkes Instrument, um Schutzmaßnahmen zu fördern“, erklärt Sigwart, Koordinatorin von MIRLA.

Die Erkenntnisse über die Gefährdung der kapverdischen Kegelschnecken, die bereits 2011 in einer Studie dokumentiert wurden, führten 2022 zu einem neuen Gesetz zum Schutz heimischer Arten in Kap Verde. Dieses wurde von Forschenden der Universität Cádiz, des Museo Nacional de Ciencias Naturales-CSIC in Spanien und Rui Freitas von der Universidade Técnica do Atlântico maßgeblich vorangetrieben.

„Der Verlust von Conus lugubris ist tragisch, aber die dadurch initiierten Schutzgesetze geben Hoffnung, künftige Artenverluste zu verhindern“, schließt Sigwart. Der Fall unterstreicht die Dringlichkeit, marine Lebensräume weltweit zu schützen, um das Artensterben einzudämmen.

Conus lugubris eine Meeresschnecke die früher ausschließlich an der Nordküste von São Vicente Kap Verde vorkam gilt inzwischen als ausgestorben

Bildmaterial:

  • Conus lugubris, ausgestorben, ehemals Nordküste São Vicente (Copyright: MJ Tenorio)

Quelle: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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