Berlin (pugnalom.io) – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Klage gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingereicht. Ziel ist der Widerruf der Zulassungen der Pestizide Decis Forte und GAT DECLINE 2.5 EC. Beide Mittel enthalten den Wirkstoff Deltamethrin, der im Verdacht steht, die frühkindliche Gehirnentwicklung zu schädigen und Ökosysteme erheblich zu beeinträchtigen.
Die DUH fordert das BVL auf, die Zulassungen der beiden Insektizide unverzüglich zu überprüfen und vom Markt zu nehmen. Anlass sind neue wissenschaftliche Hinweise auf neurotoxische Effekte bereits bei sehr niedrigen Dosen. Besonders kritisch seien mögliche Gefahren für Schwangere und deren Kinder durch Rückstände in Lebensmitteln.
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärte, der Schutz von Menschen und Biodiversität müsse in der Landwirtschaft oberste Priorität haben. Es sei unverantwortlich, dass das BVL veraltete Risikobewertungen nicht aktualisiere, obwohl neue Studien die Gefahren für die kindliche Hirnentwicklung deutlich machten. Ein Bundesamt dürfe nicht zum verlängerten Arm von Industrieinteressen werden, sondern müsse konsequent die Gesundheit der Verbraucher schützen.
Deltamethrin gehört zur Gruppe der Pyrethroide und wird im Ackerbau vor allem im Raps- und Zuckerrübenanbau eingesetzt. Tierstudien deuten auf schädliche hormonelle Wechselwirkungen mit dem Nervensystem hin, insbesondere in sensiblen Entwicklungsphasen des Gehirns. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) stuft Dosen unter einem Milligramm pro Liter zwar noch als unbedenklich ein, doch neue Erkenntnisse legen niedrigere Schwellenwerte nahe. Der Stoff ist zudem hochgiftig für Insekten und aquatische Lebewesen.
Die Klage soll sicherstellen, dass die beiden Pestizide bei anhaltender Rechtsunsicherheit vom Markt verschwinden. Die DUH kündigte an, den Rechtsweg notfalls bis zur letzten Instanz zu gehen.

