
Klimawandel, Biodiversitätsverlust und rapide Urbanisierung lassen die Frage nach nachhaltiger Landnutzung immer dringlicher werden. Modellierungen können fundierte Entscheidungen in Politik und Planung ermöglichen, doch ihre Vielfalt erschwert den Einsatz. Ein EU-gefördertes Forschungsprojekt unter Leitung der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg hat nun eine umfassende Datenbank mit Modellierungswerkzeugen sowie frei zugängliche Modellierungskarten entwickelt, um nachhaltige Landnutzungsstrategien europaweit zu unterstützen.

Das Projekt Europe-LAND, geleitet von Dr. Franziska Wolf, bietet eine systematische Sammlung von Werkzeugen zur Modellierung von Landnutzungsänderungen (LUCC), die Einblicke in die Auswirkungen menschlicher und natürlicher Einflüsse auf Landschaften ermöglicht. Diese Modelle sind essenziell, um Bodendegradierung, Biodiversität, Kohlenstoffbilanzen oder Umweltrisiken zu analysieren und nachhaltige Politik zu gestalten. Die neue Datenbank, die umfassendste ihrer Art in Europa, kategorisiert Instrumente nach Themen wie Landbedeckung, Klima, Hydrologie oder Biodiversität und beschreibt deren Stärken, Schwächen und Anwendungskontexte. Ergänzend bieten modulare Modellierungskarten einen klaren Überblick und konkrete Anwendungsbeispiele, die Forschenden und Planenden die Auswahl und Nutzung erleichtern.
Die Heterogenität der LUCC-Modelle, etwa durch unterschiedliche Klassifikationen oder Datenbeschränkungen, war bisher eine große Hürde. Die neuen Ressourcen schaffen Transparenz und ermöglichen eine gezielte Auswahl passender Werkzeuge. So können Entscheidungsträger komplexe Landschaftsveränderungen besser verstehen und datengestützte, nachhaltige Strategien entwickeln. Die Karten und die Datenbank fördern die Zugänglichkeit und Anwendbarkeit der Modelle, was laut dem Forschungsteam aus Hamburg, Lettland und Prag die Planung von Landnutzung für Mensch, Natur und Klima effektiver macht.
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