
Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat das erste umfassende digitale Landesverkehrsmodell (LVM-BW) vorgestellt. Es bildet erstmals Auto-, Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr sowie den Güterverkehr im gesamten Land in einem System ab und schafft eine einheitliche Datenbasis für Planungen auf Landes-, Regional- und Kommunalebene.
Das Modell zeigt detailliert, wo Verkehr entsteht, wie er sich verteilt und wie sich Mobilitätsströme künftig entwickeln. Es umfasst über 10.000 Verkehrszellen, 890.000 Kilometer Straßen und Radwege, 60.000 Haltestellen sowie 4,6 Millionen Fahrplankilometer. Verkehrsminister Winfried Hermann betonte, dass damit eine neue Qualität der Verkehrsplanung erreicht werde: Kommunen und Planer können Maßnahmen wie neue Buslinien, Radschnellverbindungen, Baustellen oder Wohngebiete vorab simulieren und deren Auswirkungen auf das Gesamtsystem erkennen, ohne dass überall eigene Modelle oder aufwendige Erhebungen nötig sind.
Das LVM-BW spart erheblich Zeit und Geld: Ergebnisse liegen drei bis sechs Monate schneller vor, pro Untersuchung werden bis zu 20.000 Euro und bei großen Projekten bis zu 400.000 Euro eingespart. Die Nutzung ist für Land, Regionen, Kommunen und beauftragte Büros kostenfrei, sobald eine Nutzungsvereinbarung besteht. Das Modell basiert auf dem Analysejahr 2019, enthält Prognosen bis 2030 und wird derzeit auf 2040 erweitert. Es berücksichtigt auch Verkehre aus Nachbarbundesländern und dem Ausland.

Hermann sieht im Modell ein zentrales Werkzeug für eine gerechtere, klimafreundlichere und sicherere Mobilität: Emissionen, Erreichbarkeiten und Modal Split lassen sich präzise bewerten, Engpässe früh erkennen und wirksame Maßnahmen fundiert planen. Das Modell steht ab sofort zur Verfügung.

