
Die Rückkehr des Bibers verändert Deutschlands Bäche und Auen nachhaltig – mit positiven Folgen für die Artenvielfalt. Ein Forschungsteam der Abteilung Aquatische Ökologie an der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat untersucht, wie die Bauaktivitäten des größten einheimischen Nagetieres die Biodiversität beeinflussen. Die Ergebnisse, veröffentlicht in einer aktuellen Studie, zeigen beeindruckende Effekte in Biberrevieren der Eifel.

Die Wissenschaftler verglichen drei Biberreviere mit nahegelegenen, unveränderten Auenabschnitten. In den Biberrevieren stieg die Zahl wasserlebender wirbelloser Tiere um das 4,5-fache, die Artenvielfalt verdreifachte sich fast. Bemerkenswert: Keine Arten verschwanden, stattdessen kamen über 140 neue hinzu. Besonders die Biberdämme schaffen einzigartige Lebensräume wie Teiche, Sumpfzonen und Dämme, die eine vielfältige Tiergemeinschaft fördern, ohne freifließende Bachabschnitte zu eliminieren. Damit widerlegt die Studie Bedenken von Naturschützern, dass Biber die natürliche Strömung von Bächen zerstören könnten.
Die Forscher betonen, dass Biber kostenfrei naturnahe, artenreiche Bachauen schaffen. Nach jahrhundertelanger Verfolgung, die die Biberpopulation bis Mitte des 20. Jahrhunderts auf einen kleinen Bereich an der Mittelelbe schrumpfen ließ, erholt sich der Bestand. In Nordrhein-Westfalen leben heute schätzungsweise 1.500 bis 2.000 Biber. Die Studie unterstreicht ihre Rolle als „Ökosystem-Ingenieure“, die die Biodiversität stärken und die Landschaft bereichern.
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