
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat rechtliche Schritte gegen das Chemieunternehmen Solvay eingeleitet, um die Einleitung der Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) in den Neckar zu stoppen. Beim Regierungspräsidium Stuttgart wurde die sofortige Anpassung der wasserrechtlichen Erlaubnis beantragt, die Solvay derzeit erlaubt, pro Stunde ein Kilogramm TFA in den Fluss einzuleiten. Die Chemikalie, die als fortpflanzungsgefährdend, sehr persistent und sehr mobil eingestuft wurde, gelangt in Grund- und Trinkwasser und stellt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar.

TFA gehört zu den per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS), sogenannten Ewigkeitschemikalien, die sich in der Umwelt anreichern und nicht natürlich abbaubar sind. Herkömmliche Wasseraufbereitungsmethoden können TFA nicht entfernen. Solvay nutzt die Substanz als Rohstoff für Produkte in der agrochemischen und pharmazeutischen Industrie. Die DUH kritisiert, dass Solvay seit 2016 mit einer Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart für lediglich 12.000 Euro jährlich TFA in den Neckar einleiten darf, was zu einer unwiderruflichen Verschmutzung der Wasserressourcen führt.
Nach Ansicht der DUH ist das Regierungspräsidium aufgrund der neuen Bewertung von TFA als fortpflanzungsgefährdend verpflichtet, die Einleitungserlaubnis zu widerrufen. Sollte der Antrag abgelehnt werden, plant die DUH, den Fall vor dem Verwaltungsgericht weiterzuverfolgen. Die Organisation fordert zudem, dass Solvay die Kosten für eine sichere Entsorgung übernimmt, um die Umweltbelastung zu minimieren. Bundesbehörden haben einen Antrag zur Einstufung von TFA in eine neue Gefahrenklasse gestellt, um den Schutz von Wasserressourcen und der Gesundheit zu verstärken.

