Die meisten Menschen glauben, dass der Klimawandel in erster Linie andere betrifft

Durch | Januar 12, 2026

Eine Metaanalyse von 83 Studien mit über 70.000 Teilnehmenden aus 17 Ländern zeigt, dass klimabedingte Risiken systematisch unterschätzt und eher als Risiko für andere denn für einen selbst wahrgenommen werden. 65 Prozent der Befragten schätzten ihr eigenes Risiko, vom Klimawandel betroffen zu sein, geringer ein als das Risiko anderer.

„Die von uns zusammengetragenen Studien messen nicht das tatsächliche Risiko der Menschen. Wir können nicht feststellen, ob die individuellen Risikoeinschätzungen zu optimistisch sind, aber auf Gruppenebene sehen wir deutlich, dass die Mehrheit ihr eigenes Risiko als geringer einschätzt als das anderer“, sagt Magnus Bergquist, Dozent für Psychologie an der Universität Göteborg.

Mit wem sich Menschen vergleichen, ist entscheidend.
Eine zentrale Frage der Studie betraf die Frage, mit wem sich Menschen vergleichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahl der Bezugsgruppe eine wichtige Rolle spielt und dass Risikoeinschätzungen am stärksten verzerrt sind, wenn sich Menschen mit „allgemeinen Anderen“ vergleichen, beispielsweise mit Mitbürgern oder der Menschheit als Ganzes, sowie in Ländern mit einem insgesamt geringeren Klimarisiko.



Die Forscher beobachteten diesen Effekt in Europa, den USA und Asien, wobei die Diskrepanz bei Europäern am deutlichsten ausgeprägt war.

Erfahrung führt zu einer realistischeren Einschätzung.
81 der 83 in die Metaanalyse einbezogenen Studien zeigten, dass die Teilnehmer ihr eigenes Risiko sowohl im Hinblick auf extreme Wetterereignisse als auch auf allgemeinere klimabedingte Risiken niedriger einschätzten als das anderer oder niedriger als der Durchschnitt.

„Wir fanden diesen Effekt in allen bis auf zwei Studien, in denen die Teilnehmer Landwirte in China und Südkorea waren, die den Folgen des Klimawandels direkt ausgesetzt waren. Dies deutet darauf hin, dass direkte Erfahrung den Effekt verringert“, erklärt Pär Bjälkebring, Dozent für Psychologie an der Universität Göteborg.

Fehleinschätzung von Risiken verzögert Klimaschutzmaßnahmen.
Insgesamt deuten die Ergebnisse der Metaanalyse zur Wahrnehmung klimabedingter Risiken darauf hin, dass unser Verständnis begrenzt und fehlerhaft ist, was notwendige Maßnahmen verzögern kann.

„Selbst wenn Menschen die realen Risiken des Klimawandels erkennen, scheinen viele diese Risiken primär als Risiken für andere wahrzunehmen. Dies ist eine psychologische Verzerrung, die im schlimmsten Fall sowohl Anpassungs- als auch Minderungsmaßnahmen am Klimawandel verlangsamen kann“, so Magnus Bergquist.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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