
Plasmatreat hat eigenen Angaben zufolge die Oxidentfernung auf Elektronikteilen revolutioniert. Das unter der Bezeichnung REDOX-Tool laufende Verfahren löse auf umweltfreundliche, chemikalienfreie Weise Oxidschichten von Metalloberflächen. Diese Technologie bringe erhebliche Vorteile für Branchen wie die Automobil- und Elektronikindustrie sowie erneuerbare Energien.

Metalloberflächen reagieren in Kontakt mit Sauerstoff und bilden dabei unerwünschte Oxidschichten, die die Verarbeitung und Funktionalität von Bauteilen erheblich beeinträchtigen können. Besonders in der Elektronikindustrie, wo Bauteile immer kleiner und leistungsstärker werden, sind saubere, oxidfreie Oberflächen essenziell, um Qualität und Lebensdauer der Endprodukte zu sichern. Traditionelle Methoden zur Entfernung dieser Schichten basieren oft auf aggressiven Chemikalien und belasten die Umwelt.
Das neue REDOX-Tool nutzt Openair-Plasma – eine spezielle Form von Plasmatechnologie, unter Atmosphärendruck – um Oberflächen präzise, effizient und ohne den Einsatz schädlicher Chemikalien zu reinigen. Das Verfahren entfernt automatisch Oxidschichten, sodass Bauteile sofort weiterverarbeitet werden können.
Die Technologie sei nicht nur umweltfreundlich, sondern auch äußerst flexibel, heißt es in einer aktuellen Mitteilung: Das REDOX-Tool könne problemlos in bestehende Produktionslinien integriert und an unterschiedliche Materialien oder Anforderungen angepasst werden und bei der Herstellung von Halbleitern, Leadframes oder Leistungsmodulen eingesetzt werden.
„Mit dem REDOX-Tool setzen wir neue Maßstäbe in der Elektronikindustrie. Auch bei winzigen Bauteilen erzielen wir mit umweltfreundlichen Prozessen herausragende Ergebnisse bei der Oxidentfernung“, erklärt Nico Coenen, Global Director Electronics Market bei der Plasmatreat GmbH.
Das 1995 in Steinhagen bei Bielefeld gegründete Familienunternehmen hat sich auf Plasmaanlagen sowie Dienstleistungen in der Oberflächentechnologie spezialisiert.
Was ist Openair-Plasma?
Plasma wird auch als der vierte Aggregatzustand der Materie bezeichnet, neben fest, flüssig und gasförmig. Wenn einem Gas weitere Energie zugeführt wird, wird es ionisiert und geht in den energetischen Plasmazustand über. Ob Kunststoff, Metall, Glas oder Papier, mit Hilfe der Plasmatechnologie werden die Eigenschaften der Oberfläche den Anforderungen des Prozesses entsprechend verändert. Zu den anschließenden Verfahren gehören Kleben, Lackieren, Bedrucken oder Versiegeln.
Lesen Sie auch
Plattformchemikalien: Jochen Block-Preis 2025 geht an Katalysatorforscher | Pugnalom

