
Schwangere Frauen, die starkem Rauch von Waldbränden ausgesetzt waren, haben ein erhöhtes Risiko, dass ihre Kinder später eine Autismus-Spektrum-Störung entwickeln. Das zeigt eine groß angelegte Studie der University of California, Davis, und der UCLA, die in Environment International veröffentlicht wurde.
Die Untersuchung umfasst über 8,6 Millionen Geburten in Kalifornien zwischen 2001 und 2019. Die Daten wurden mit Autismus-Diagnosen des California Department of Developmental Services bis 2022 verknüpft. Die Rauchbelastung wurde mit hochauflösenden Modellen berechnet, die Wildfire-Karten, Luftmessstationen und Satellitendaten einbeziehen.
Die Ergebnisse zeigen: Bei Exposition gegenüber sehr starkem Rauch (PM2,5-Konzentrationen im oberen Zehntel) stieg das Autismus-Risiko um 6 Prozent. In Regionen mit generell sauberer Luft, vor allem ländlichen Gebieten, war der Zusammenhang deutlich stärker – hier lag das Risiko um 50 Prozent höher. Rauch von Bränden in Siedlungsgebieten (Wildland-Urban-Interface) zeigte selbst in Städten einen Effekt.
Die stärksten Verbindungen traten an Tagen mit sehr hoher Rauchbelastung auf (? 35 Mikrogramm PM2,5 pro Kubikmeter). Leichte Rauchtage zeigten keinen vergleichbaren Effekt. Die Autoren betonen, dass die Studie keinen kausalen Zusammenhang beweist, sondern eine Assoziation beschreibt, die mit früheren Befunden zu Luftverschmutzung und Neuroentwicklung übereinstimmt.
Die Ergebnisse passen zu anderen Untersuchungen, die pränatale Exposition gegenüber Feinstaub mit Frühgeburten und erhöhtem Geburtsgewicht in Verbindung bringen. Die Autoren fordern gezielte Maßnahmen wie besseren Vegetationsmanagement, verbesserte Innenraumluftfilterung und Notfallpläne für saubere Luft in Rauchperioden.
Verifizierte Quelle:
- Fachartikel: Environment International, DOI 10.1016/j.envint.2026.110131 (6. Februar 2026)

