Gegen das Insektensterben: Trierer Forscherin wird Engagement und Motivation von Bürgern erfassen

Durch | Februar 26, 2025
Credits: Christopher Heine, Universität Trier

Das EU-Horizon-Projekt BUTTERFLY mit Trierer Beteiligung will den Rückgang von bestäubenden Insekten umkehren. Dabei spielt auch die Psychologie eine wichtige Rolle.

Credits: Christopher Heine, Universität Trier
Credits Christopher Heine Universität Trier

Unter Leitung der Universität von Bergen vereinen 24 wissenschaftliche Einrichtungen zwischen Norwegen und Griechenland ihre Kräfte. Das Ziel: Die Ursachen für den Bestäuberschwund verstehen und Maßnahmen entwickeln, um die für uns lebenswichtigen Tiere zu stärken. Denn ohne Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge können sich Pflanzen nicht vermehren und die Lebensmittelversorgung ist weltweit gefährdet. Diese Kettenreaktion, auch Schmetterlingseffekt genannt, gibt dem Projekt seinen Namen.

Neben der Biologie sowie anderen Naturwissenschaften sind im EU-geförderten Projekt auch die Philosophie und Psychologie beteiligt. Dr. Katharina Schwarz von der Universität Trier, in Biologie und Psychologie ausgebildet, untersucht die psychologische Komponente des Themas.

„Ich beschäftige mich damit, wie man Menschen motivieren kann, im Alltag zum Insektenschutz beizutragen“, so die Forscherin. „Wann greifen Leute zum Beispiel im Baumarkt zur bestäuberfreundlichen Pflanze für Garten oder Balkon?“

Zunächst untersucht Schwarz, welche psychologischen Effekte die Situation hat. Macht der Insektenschwund Angst? Herrscht ein Gefühl der Machtlosigkeit oder sehen Menschen Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen? Dazu wertet sie Fragebögen aus und macht Computertests mit Probanden. Im Anschluss wird die Wissenschaftlerin auch Feldexperimente durchführen. Diese sollen klären, ob die Ergebnisse der Labortests in der Praxis wirklich zu bestäuberfreundlichem Verhalten führen.

An der Universität Trier kann Katharina Schwarz auf die hervorragende Infrastruktur sowie die breite Expertise von Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Bereichen bauen. „Trier ist sehr gut aufgestellt“, sagt Schwarz. „Es gibt ein hervorragendes Labor für Stresstests und es ist unglaublich viel Wissen vorhanden.“

Der Startschuss für zunächst vier Jahre Förderung fällt am 1. März, im April findet eine erste Versammlung der Beteiligten in Paris statt.

Horizon Europe ist ein von 2021 bis 2027 laufendes Förderprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation. Es befasst sich mit dem Klimawandel, den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und fördert die Wettbewerbsfähigkeit sowie das Wachstum der EU.

Lesen Sie auch

Schädliche Umwelteinflüsse belasten die Gesundheit | Pugnalom

Nächtliche Beleuchtung verursacht Veränderung an mehr als 1.500 Genen bei ökologisch wichtiger Mückenart | Pugnalom

Autoren-Avatar
LabNews Media LLC
LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände