
Am 2. Juli 2025 wird Bielefeld mit bis zu 36 Grad der heißeste Tag des Jahres erwartet. „Ein wirklich ‚heißer‘ Tag“, so die Meteorologie für Temperaturen über 30 Grad. Doch die Rekordhitze birgt Risiken, warnen Pflegewissenschaftler:innen der Hochschule Bielefeld (HSBI). Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und Kinder sind gefährdet.
„Wir wissen aus der Forschung, dass an Hitzetagen die Krankenhausaufenthalte bei älteren und chronisch kranken Menschen zunehmen“, sagt Prof. Dr. Christa Büker, Professorin für Pflegewissenschaft an der HSBI. Laut Robert-Koch-Institut starben in den letzten drei Sommern über 10.000 Menschen in Deutschland an Hitzefolgen. „Direkte Sonneneinstrahlung meiden und ausreichend trinken“, rät Büker. Leichte, helle Kleidung aus Naturmaterialien unterstütze die Kühlung der Haut.
Besondere Vorsicht gilt für Medikamentennutzer: „Manche Medikamente wirken bei Hitze verstärkt oder beeinträchtigen die Fähigkeit des Körpers, Hitze zu bewältigen“, erklärt Büker. Medikamente sollten kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Auch Schwangere und Kinder seien gefährdet: „An Hitzetagen steigt die Zahl an Fehlgeburten, und Kinder haben einen weniger stabilen Temperaturhaushalt“, so Büker.

Die HSBI setzt auf Aufklärung: Beim Tag der Offenen Tür am 24. Mai begeisterte ein interaktives Klimaquiz, entwickelt von Dr. Eva Cruel und Karina Ilskens. „Es war wie in der Quizshow ‚1, 2 oder 3‘ – interaktiv und lustig“, sagt Cruel. Die Stadt Bielefeld informiert zudem über ihr Hitze-Portal, und der „Hitzeknigge“ des Umweltbundesamtes bietet praktische Tipps.
Im Forschungsprojekt „Green Guide for Nursing“ verbinden die Wissenschaftler:innen Klimaschutz mit Pflege. Ziel ist ein Handbuch für nachhaltiges Pflegen, etwa durch geringeren Ressourcenverbrauch. „Wir gestalten es so, dass Pflegende Lust haben, es umzusetzen“, sagt Ilskens. Educational Escape Rooms machen Nachhaltigkeit spielerisch erlernbar.
„Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für die menschliche Gesundheit“, betont Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck, Prodekanin am Fachbereich Gesundheit. „Unser Projekt lebt von der Verbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit Praxiserfahrungen.“ Angesichts der Klimakatastrophe sei dies dringender denn je.
Autor: [Ihr Name]
02. Juli 2025

