Hohe Konzentrationen von kurzkettigen PFAS in Blutproben von Wilmington-Bewohnern entdeckt

Durch | Oktober 27, 2025

Eine neue Studie der North Carolina State University hat alarmierend hohe Konzentrationen von ultrakurzkettigen per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) in Blutproben von Einwohnern der Stadt Wilmington nachgewiesen. Die zwischen 2010 und 2016 gesammelten Proben zeigten insbesondere hohe Werte von Perfluormethoxyessigsäure (PFMOAA) und Trifluoressigsäure (TFA), die in nahezu allen Proben nachweisbar waren. Im Gegensatz dazu wurde GenX, eine Substanz, die zuvor öffentliche Besorgnis über PFAS-Verunreinigungen im Cape Fear River ausgelöst hatte, nur in 20 % der Proben gefunden. Die Ergebnisse unterstreichen, dass kurzkettige PFAS entgegen früheren Annahmen im menschlichen Körper akkumulieren können.

Symbolbild Credits Tenor

Die Studie untersuchte Wasserproben aus dem Cape Fear River von 2017 sowie 119 anonymisierte Blutserumproben von Bewohnern der Region Wilmington, die in Zusammenarbeit mit einem Biobank-Programm der University of North Carolina entnommen wurden. Insgesamt wurden 56 verschiedene PFAS analysiert, von denen 34 in mindestens einer Blutprobe nachweisbar waren. Fünf Substanzen machten 85 % der Gesamtkonzentration aus, wobei PFMOAA mit einer medianen Konzentration von 42 Nanogramm pro Milliliter (ng/mL) den größten Anteil (42 %) ausmachte. TFA wies eine Konzentration von 17 ng/mL auf, gefolgt von anderen PFAS wie PFOS und PFOA. In den Wasserproben des Cape Fear River zeigte sich eine besonders hohe Belastung: TFA machte 70 % der gesamten PFAS aus, mit einer Konzentration von 110.000 Nanogramm pro Liter (ng/L), während PFMOAA 38.000 ng/L erreichte.

Die Ergebnisse sind besorgniserregend, da die Konzentrationen von TFA in den Wasserproben mehr als das 50-fache eines europäischen Richtwerts für Trinkwasser überschreiten. Die Studie zeigt, dass die Fayetteville Works-Anlage, ein Chemiewerk stromaufwärts des Cape Fear River, die Hauptquelle für PFMOAA und TFA in der Region ist. Seit 1980 hatte das Werk PFAS in den Fluss und die Luft eingeleitet, bis 2017 strengere Auflagen erlassen wurden.

Die Forscher betonen, dass ultrakurzkettige PFAS wie PFMOAA und TFA bisher wenig untersucht wurden, da man annahm, sie würden sich aufgrund ihrer chemischen Struktur nicht im Körper anreichern. Neue analytische Methoden haben jedoch gezeigt, dass diese Stoffe sowohl im Wasser als auch im Blut dominieren. Die Studie liefert wichtige Hinweise auf die Exposition der Bevölkerung vor der öffentlichen Kenntnisnahme der Trinkwasserverunreinigung und wirft Fragen zu den gesundheitlichen Auswirkungen dieser Chemikalien auf. Bisher ist bekannt, dass viele PFAS Leber und Immunsystem beeinträchtigen können, doch die Datenlage bleibt lückenhaft.

Die Wissenschaftler planen, weitere Analysen im Rahmen der GenX-Expositionsstudie durchzuführen, um die aktuellen Konzentrationen von TFA und PFMOAA zu ermitteln und deren langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit besser zu verstehen. Die Studie wurde in Environmental Science and Technology veröffentlicht und durch Fördermittel des National Institute of Environmental Health Sciences, des Center for Human Health and the Environment der NC State University sowie der North Carolina Collaboratory finanziert.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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