Junge Kegelrobben sind zunehmend gefährdet: Mehr Stürme – mehr Tote

Durch | April 11, 2025
Credits: Martijn Schaftenaar, pixabay

Eine aktuelle Studie zeigt erstmals empirische Belege für den Zusammenhang zwischen toten Kegelrobben und Klimawandel. Sie stützt sich auf die Analyse von mehr als 20.000 Datensätzen aus Rettungsaktionen zwischen 2015 und 2024 auf den Britischen Inseln. Neben der Zunahme von Kopf-, und Flossenverletzungen bei zunehmender Windstärke belegt sie auch das wachsende Problem von Unterernährung. Das Forschungsteam rät dringend zu einem Ausbau der Rettungsnetzwerke und strategisch platzierten Rehabilitationszentren – ansonsten „drohen schwerwiegende Konsequenzen für die Robbenpopulationen in sturmgeplagten Küstenregionen.

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„Robben sind vielen verschiedenen negativen Einflüssen ausgesetzt, von denen einige zunehmen und durch den Klimawandel noch verstärkt werden,“ sagt Keely Saville, Hauptautorin der Studie. „Unsere Ergebnisse, die den prognostizierten Anstieg der Opferzahlen bei Robbenbabys belegen, unterstreichen die dringende Notwendigkeit, Rehabilitationszentren für Robben an strategischen Standorten mit angemessener langfristiger Finanzierung zu erweitern. Dies wird das bestehende Rettungsnetz ergänzen und die derzeitige und zunehmende Belastung der Einrichtungen verringern und dazu beitragen, das Wohlergehen der Kegelrobben angesichts des Klimawandels zu verbessern.“

„Während die Kegelrobbe derzeit als relativ häufig vorkommende Art gilt, hat der Klimawandel das Potenzial, dies auf den Kopf zu stellen“, fügt Mark Simmonds, wissenschaftlicher Direktor von OceanCare und ebenfalls einer der Autoren der Studie, hinzu. „Die erste Lebensphase der Art, in der die Jungtiere an exponierten Stellen am Meeresufer aufgezogen werden, erhöht die Gefahr, dass sie verletzt oder getötet werden“.

Die Studie zeigt, dass jede Zunahme der Windgeschwindigkeit um eine Einheit mit einem signifikanten prozentualen Anstieg verschiedener vorliegender Konditionen einhergeht: Unterernährung, Schädeltrauma, Flossenverletzungen, andere Wunden und Infektionen sowie eine höhere Rate an Einsätzen und Aufnahmen von Jungtieren in Rettungszentren.

Angesichts der prognostizierten Zunahme der Stärke von Stürmen werden diese Erkenntnisse bei der Planung von Rettungs- und Rehabilitationsmaßnahmen helfen, indem sie vorhersagen, wann mit einer erhöhten Zahl von Einlieferungen und den möglichen Verletzungen von Jungtieren nach Stürmen zu rechnen ist. Dies ist auch für den langfristigen Schutz der Art von Bedeutung.

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