
Leuven/San José, 4. Juli 2025 – Der Klimawandel könnte die Lebensräume wilder Vanillepflanzen und ihrer Bestäuber auseinandertreiben und damit die globale Vanilleproduktion gefährden, warnt eine Studie in Frontiers in Plant Science. Forscher der KU Leuven und der Universität von Costa Rica zeigen, dass eine geringere Überschneidung geeigneter Lebensräume die Zukunft der „Königin aller Aromen“ bedroht.
„Die Entkopplung von Vanilleorchideen und ihren Bestäubern durch den Klimawandel könnte das Überleben wilder Populationen gefährden“, erklärt Dr. Charlotte Watteyn, Erstautorin der Studie. Vanille, insbesondere Vanilla planifolia, ist anfällig für Krankheiten, Dürre und Hitze – Stressfaktoren, die durch den Klimawandel zunehmen. Wilde Vanillearten bieten genetische Vielfalt, die für widerstandsfähigere Nutzpflanzen entscheidend ist.
Das Team modellierte die Lebensraumverteilung von elf neotropischen Vanillearten und sieben Bestäubern unter zwei Klimaszenarien bis 2050: ein „mittleres“ Szenario (SSP2.4-5) mit ausgewogener Energienutzung und ein „steiniges“ Szenario (SSP3-7.0) mit hohem fossilen Brennstoffeinsatz. Für sieben Vanillearten könnte der Lebensraum um bis zu 140 % wachsen, während er für vier Arten um bis zu 53 % schrumpfen dürfte. Bestäuber hingegen verlieren in beiden Szenarien Lebensraum, besonders im schlimmeren Szenario. „Vanillearten sind oft auf wenige spezialisierte Bestäuber angewiesen, was Ersatzbeziehungen erschwert“, betont Watteyn.
Die geringe genetische Vielfalt kommerzieller Vanille macht sie anfällig, während wilde Arten Eigenschaften wie Trockenheits- oder Krankheitsresistenz bieten. „Die Erhaltung wilder Vanille ist essenziell, um die landwirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken“, sagt Prof. Bart Muys, leitender Autor. Waldfragmentierung und Lebensraumverlust verschärfen die Lage zusätzlich.
„Vanille ist ein globales Exportprodukt und Motor für ländliche Entwicklung in den Tropen“, erklärt Co-Autor Prof. Adam Karremans. „Forschung zu Ökologie und Genetik wilder Vanille ist dringend nötig, um nachhaltige Züchtung zu fördern.“ Die Autoren fordern Schutzmaßnahmen, betonen aber, dass die Ergebnisse aufgrund begrenzter Daten vorsichtig interpretiert werden sollten.
Quelle: Frontiers, Frontiers in Plant Science, 03.07.2025
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Charlotte Watteyn

