
Mit der Pollensaison leiden viele Menschen unter Allergien, deren Auswirkungen durch Klimawandel und Luftverschmutzung zunehmen. Experten aus Umwelt-, Gesundheits- und Planungswissenschaften haben im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) erstmals die Wechselwirkungen dieser Faktoren untersucht. Das Ergebnis ist die VDI-Handlungsempfehlung „Klimawandel – Luftqualität – Pollenallergie“, veröffentlicht im Mai 2025.
Luftschadstoffe verändern die Zusammensetzung von Pollen und erhöhen die Anfälligkeit des Körpers für allergische Reaktionen. Der Klimawandel beeinflusst die Luftqualität durch Hitzewellen oder veränderte Schadstoffverteilung und wirkt sich auf Pollenproduktion, -verbreitung und -saison aus. Pollen können zudem über weite Distanzen transportiert werden, was durch stärkere Konvektion im Klimawandel verstärkt wird. Dies erhöht die Pollenbelastung auch in zuvor weniger betroffenen Regionen.

Die Handlungsempfehlung betont die Notwendigkeit langfristiger Pollenmessungen, wie Matthias Werchan vom Deutschen Polleninformationsdienst hervorhebt. Sie schlägt Maßnahmen in Stadt- und Regionalplanung, Luftreinhaltung und öffentlicher Aufklärung vor. Besonders in dicht besiedelten Gebieten sollten bei der Bepflanzung allergologisch relevante Pollen berücksichtigt werden, um Zielkonflikte zu vermeiden. Ute Dauert vom Umweltbundesamt lobt die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die eine ganzheitliche Perspektive ermöglichte.
Die Empfehlung richtet sich an Politik, Planungsbüros, Gartenbau, Wissenschaft, Gesundheitssektor und Bürger, um die gesundheitlichen Belastungen durch Pollenallergien zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.

