Neue Methode kartiert präzise die „Tanzflächen“ der Honigbienen im Stock

Durch | Februar 20, 2026
Der in den Experimenten verwendete Beobachtungsbienenstock mit acht Rahmen, dessen Gitter auf das Glas gemalt ist. C:redits Byron N. Van Nest, CC-BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)

Forscher haben ein datenbasiertes Verfahren entwickelt, mit dem die genauen Bereiche im Bienenstock bestimmt werden können, in denen Sammlerbienen ihre Schwänzeltänze ausführen. Diese sogenannten „Tanzflächen“ dienen als zentrale Kommunikationszone, in der Bienen durch Waggeltänze die Richtung, Entfernung und Qualität von Nahrungsquellen wie Pollen und Nektar an Stockgenossen weitergeben.

Die Methode ermöglicht erstmals eine objektive und reproduzierbare Abgrenzung sowie den Vergleich dieser Regionen zwischen verschiedenen Völkern und Bedingungen. Die Studie erschien im Open-Access-Journal PLOS One unter dem Titel „Quantifying the honey bee dance floor: A data-driven method for defining and comparing waggle dance regions“.

Für die Untersuchung nutzten die Wissenschaftler einen acht-Rähmchen-Beobachtungsstock mit transparenter Glasfront, auf die ein feines Gitternetz aufgemalt war. Dadurch ließen sich die Positionen der Tänze millimetergenau erfassen. Die Analyse basiert auf einer großen Zahl aufgezeichneter Schwänzeltänze und wendet statistische Verfahren an, um die tanzintensiven Zonen automatisch zu identifizieren und zu quantifizieren.

Bislang wurden Tanzflächen der Bienen oft subjektiv beschrieben oder nur grob lokalisiert, etwa als zentraler Bereich nahe dem Stockeingang. Das neue Verfahren liefert dagegen präzise, vergleichbare Karten und erlaubt es, Einflüsse wie Volksstärke, Jahreszeit, Nahrungsverfügbarkeit oder Stockarchitektur systematisch zu untersuchen.

Die Autoren aus Kanada und den USA sehen in der Methode ein wertvolles Werkzeug für die Verhaltensforschung an Honigbienen. Sie könnte helfen, besser zu verstehen, wie Bienenvölker Informationen effizient verteilen und wie sich Veränderungen in der Umwelt – etwa durch Klimawandel oder Pestizideinsatz – auf die Kommunikation innerhalb des Stocks auswirken.

Die Arbeit entstand unter Leitung von Byron N. Van Nest und wurde von der Natural Sciences and Engineering Research Council of Canada sowie der U.S. National Science Foundation finanziert.

DOI

10.1371/journal.pone.0341456 

Der in den Experimenten verwendete Beobachtungsbienenstock mit acht Rahmen, dessen Gitter auf das Glas gemalt ist. C:redits Byron N. Van Nest, CC-BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/)
Der in den Experimenten verwendete Beobachtungsbienenstock mit acht Rahmen dessen Gitter auf das Glas gemalt ist

Credits
Byron N Van Nest CC BY 40 httpscreativecommonsorglicensesby40
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