Pegelstand der Elbe in Magdeburg erreicht neuen Tiefpunkt

Durch | Juli 12, 2025

Der Pegelstand der Elbe in Magdeburg hat einen neuen historischen Tiefstwert erreicht. An der Strombrücke wurde am Donnerstagmorgen ein Wert von 44 Zentimetern gemessen, was unter dem bisherigen Rekord von 45 Zentimetern aus dem Juli 2019 liegt. Der langjährige Durchschnitt an dieser Stelle beträgt 1,52 Meter, während der Höchststand bei 7,48 Metern während der Flut im Juni 2013 lag.

Ursachen für den extrem niedrigen Wasserstand sind anhaltend trockenes Wetter und Auswirkungen des Klimawandels, der längere Perioden mit geringem Niederschlag begünstigt. Hinzu kommt das vertiefte Flussbett, das den Abfluss beschleunigt und die regionale Trockenheit verschärft.

Die Schifffahrt ist stark beeinträchtigt. Die Weiße Flotte hat ihren Abfahrtsort seit Ende Juni vom Petriförder in der Innenstadt zum Schiffshebewerk verlegt. Der Gütertransport ist weitgehend zum Erliegen gekommen, da Schiffe nur noch unter erschwerten Bedingungen wirtschaftlich operieren können, was zu Stornierungen und Umleitungen führt.

Im Tourismussektor leiden Anbieter von Kanutouren unter den Bedingungen. Viele Fahrten wurden abgesagt, da Sedimentablagerungen in der Alten Elbe den Zugang zu Zielen wie dem Mönchsgraben oder dem Wissenschaftshafen erschweren. Aktivitäten wie Drachenboottouren oder Stand-up-Paddling-Kurse sind eingeschränkt, und Gäste müssen teilweise Boote über flache Stellen tragen.

Umweltseitig hat der sinkende Pegel zu einem Fischsterben in den Prester Seen geführt, wo an einem Wochenende rund 400 Kilogramm tote Fische geborgen wurden. Die Verbindung zu den Seen verstärkt die Auswirkungen. Zudem warnen Behörden vor Gefahren beim Baden in der Elbe aufgrund starker Strömungen, insbesondere in der Fahrrinne. Kürzlich wurde eine Frau von der Strömung erfasst, gerettet und ins Krankenhaus gebracht. Niedrige Wasserstände legen zudem Gefahren wie unexplodierte Munition und Trümmer frei; in der Nähe von Stendal wurden kürzlich mehrere Panzergranaten entfernt. Die Polizei rät, sichtbare Munition nicht zu berühren und sofort zu melden.

Wirtschaftlich mindert der Zustand die Nutzbarkeit der Elbe als Frachtroute. Trotz Investitionen von rund 430 Millionen Euro zwischen 2013 und 2022 hat sich die Befahrbarkeit nicht verbessert. Weitere Baumaßnahmen würden sensible Ökosysteme wie Auenwälder schädigen, ohne das Wassermangelproblem zu lösen.

Die Prognose sieht einen weiteren Rückgang des Pegels bis Freitag vor, sofern das trockene Wetter anhält. Nächste Woche könnte Regen zu einem leichten Anstieg führen, doch bei ausbleibenden Niederschlägen droht ein Rückfall auf aktuelle oder niedrigere Werte.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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