
Agroforstsysteme mit schattenspendenden Bäumen auf Kakaoplantagen können Ernteausfälle durch Trockenperioden abmildern – allerdings nur dort, wo das Klima noch ausreichend feucht ist. In ohnehin trockenen Anbaugebieten Ghanas bringt die Mischkultur keinen nennenswerten Vorteil, wie eine am 28. November 2025 in Agricultural Systems veröffentlichte Studie der Universität Göttingen und des Joint Research Centre der EU-Kommission zeigt.

Quelle David Wagner
Copyright David Wagner
Die Forscher kombinierten Satellitendaten zu Niederschlägen aus den Jahren 2019 und 2022 mit Ertragsangaben von 365 Kakaobauern-Haushalten aus 44 Dörfern in fünf wichtigen ghanaischen Anbauregionen. Ergebnis: Weniger Regen führt grundsätzlich zu geringeren Erträgen. Auf Plantagen mit Agroforstsystemen fallen die Verluste jedoch deutlich kleiner aus – aber ausschließlich in den feuchteren Landesteilen.
In trockeneren Regionen wirkt der Schattenschutz nicht mehr: Die zusätzlichen Bäume konkurrieren dann selbst um das knappe Bodenwasser. Besonders Avocadobäume, die in diesen Gebieten zunehmend gepflanzt werden, verschärfen den Wassermangel durch ihre flachen Wurzeln und den hohen Bedarf.
Die Studie macht deutlich, dass pauschale Empfehlungen für Agroforstwirtschaft im Kakaosektor nicht funktionieren. Anpassungsstrategien müssen regional differenziert werden. In besonders trocken werdenden Zonen sollten Landwirte laut den Autoren langfristig auf trockenresistente Alternativen wie Cashew umsteigen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit klimaspezifischer Forschung zu Baumartenwahl und Standortbedingungen, damit Agroforstsysteme ihre Schutzfunktion im Klimawandel tatsächlich erfüllen können.
Quelle
- https://doi.org/10.1016/j.agsy.2025.104519 (Originalpublikation: Wätzold et al., Agricultural Systems, 28.11.2025)

