
Die Luftqualität in der Schweiz hat sich 2025 deutlich verschlechtert. Der Jahresdurchschnitt der Feinstaubbelastung (PM2,5) stieg von 7,3 auf 9,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Damit überschreitet die Schweiz den WHO-Richtwert von 5 µg/m³ fast um das Doppelte und fällt im internationalen Vergleich auf Rang 98 von 143 untersuchten Ländern zurück – hinter Staaten wie Russland, Marokko und Deutschland.
Liestal im Baselbiet und Chiasso im Tessin weisen mit je 13,5 µg/m³ die höchsten Werte unter den erfassten Schweizer Orten auf. Deutlich besser schneidet Gambarogno am Lago Maggiore ab, wo der Wert bei 4,7 µg/m³ liegt und damit sogar unter dem WHO-Grenzwert bleibt. In weiten Teilen des Landes wird der Richtwert jedoch nicht mehr eingehalten.
Der Anstieg um mehr als 30 Prozent geht nach Angaben des Berichts vor allem auf grenzüberschreitende Einflüsse zurück: Rauch von Waldbränden in Nordamerika und Saharastaub aus Afrika trugen wesentlich zur Belastung bei. In Europa verzeichneten 23 Länder einen Anstieg der PM2,5-Konzentration, darunter auch die Schweiz und Griechenland mit Zuwächsen über 30 Prozent. Malta hingegen profitierte von erneuerbaren Energien und geringeren Verkehrsemissionen und verzeichnete den stärksten Rückgang in der Region.
Der «World Air Quality Report 2025» des Schweizer Unternehmens IQAir mit Sitz in Steinach SG basiert auf Daten aus Tausenden Messstationen weltweit. Weltweit erfüllen nur noch 14 Prozent der Städte die WHO-Richtlinien für saubere Luft – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Lediglich 13 Länder oder Territorien liegen insgesamt unter dem Grenzwert von 5 µg/m³, darunter vor allem Inselstaaten sowie Island, Andorra und Estland in Europa. Die sauberste Luft weltweit hat Französisch-Polynesien, während die höchsten Belastungen in Indien, Pakistan und China auftreten. Alle 25 am stärksten betroffenen Städte liegen in diesen drei Ländern.
Der Bericht unterstreicht den wachsenden Einfluss des Klimawandels: Verstärkte Waldbrände und Staubverfrachtungen verschärfen die globale Situation. Feinstaubpartikel PM2,5 gelten als besonders gesundheitsschädlich, da sie tief in die Lunge und den Blutkreislauf eindringen können. Experten fordern daher verstärkte internationale Massnahmen gegen transboundary Pollution und eine konsequente Reduktion lokaler Emissionen aus Verkehr, Heizung und Industrie.
In der Schweiz selbst spielen neben den externen Faktoren auch der dichte Verkehr und saisonale Einflüsse wie Holzheizungen eine Rolle. Der Report dient als wichtiger Hinweis, dass selbst in Regionen mit traditionell guter Luftqualität wie den Alpen kein automatischer Schutz mehr besteht.


