
Search Trusted API Access Network (Staan) ist seit August 2025 der erste wirklich eigenständige, europäische Suchindex, der von zwei bekannten Alternativen zu Google gemeinsam entwickelt wurde: Ecosia (Deutschland) und Qwant (Frankreich). Das Projekt markiert einen echten Meilenstein auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität in Europa.
Was genau ist Staan?
Staan ist keine eigenständige Suchmaschine, die man direkt im Browser auswählt, sondern der dahinterliegende Index – also die riesige Datenbank mit Webseiten, die laufend durchsucht, indexiert und gerankt wird. Bisher mussten fast alle europäischen Alternativen (einschließlich Ecosia, Qwant, DuckDuckGo u. v. a.) ihre Ergebnisse größtenteils von Google oder Bing (Microsoft) beziehen – oft zu steigenden Preisen und mit Abhängigkeit von US-Unternehmen.

Staan bricht genau diese Abhängigkeit auf:
- Vollständig in Europa entwickelt und gehostet
- Datenschutz „by design“ (starke DSGVO-Orientierung, minimale Datensammlung)
- Deutlich günstiger – laut Ecosia-CEO Christian Kroll bis zu 10-mal billiger als vergleichbare APIs von Google und Bing
- Offen für Dritte: Auch andere Suchmaschinen, KI-Start-ups, Chatbots und Apps können Staan nutzen
Hintergrund: Das Joint Venture European Search Perspective (EUSP)
Im November 2024 gründeten Ecosia und Qwant das 50:50-Joint-Venture European Search Perspective (EUSP) mit Sitz in Paris.
Qwant brachte seine langjährige Erfahrung beim Aufbau eines eigenen (kleineren) Index mit, Ecosia steuerte finanzielle Mittel und seine große Nutzerbasis bei (damals ca. 20 Mio. aktive Nutzer).
Ziel: Eine unabhängige europäische Infrastruktur schaffen – nicht nur für normale Suche, sondern besonders auch für die nächste Generation von KI-Anwendungen, die frische Webdaten brauchen.
Aktueller Stand (Januar 2026)
Der Rollout begann im August 2025:
- In Frankreich liefert Qwant bereits ca. 50 % seiner Suchergebnisse über Staan (Web, News, Bilder)
- In Deutschland liegt der Anteil bei Ecosia aktuell bei etwa 33–35 %, mit steigender Tendenz
- Die restlichen Ergebnisse kommen weiterhin ergänzend von Bing (anonymisiert)
Das ambitionierte Ziel für Ende 2025 war, in den Heimatländern jeweils etwa ein Drittel bis die Hälfte der Anfragen unabhängig zu beantworten – das wurde weitgehend erreicht.
2026 soll der Ausbau weitergehen: Mehr Sprachen (insbesondere Englisch), höhere Abdeckung und Integration in weitere europäische Suchmaschinen und KI-Tools.
Die größten Vorteile von Staan
- Digitale Souveränität – Weniger Abhängigkeit von US-Konzernen, besonders nach den politischen Unsicherheiten rund um die US-Wahl 2024
- Datenschutz – Kein Profiling, keine Weitergabe an Dritte außerhalb Europas, alles nach europäischen Standards
- Kostenvorteil – Besonders interessant für KI-Entwickler: Günstiger Zugang zu aktuellen Webdaten für Chatbots, Zusammenfassungen, Recherche-Tools etc.
- Ethik & Werte – Kombiniert die Stärken von Qwant (maximaler Privacy-Fokus) und Ecosia (Nachhaltigkeit, Transparenz)
Herausforderungen & Realität
Der Aufbau eines modernen, umfassenden Index ist extrem teuer und zeitaufwendig. Staan ist noch nicht so vollständig und präzise wie der Index von Google – besonders bei sehr speziellen oder englischsprachigen Anfragen fehlt noch Abdeckung.
Deshalb kombinieren Ecosia und Qwant Staan weiterhin intelligent mit anderen Quellen. Das Ziel ist nicht, Google komplett zu ersetzen, sondern eine echte, wachsende europäische Alternative zu schaffen.
Fazit für Nutzer in ganz Europa
Wenn Sie heute Ecosia oder Qwant nutzen, profitieren Sie bereits teilweise von Staan – vor allem bei Suchen auf Deutsch oder Französisch.
Je mehr Menschen diese beiden Suchmaschinen verwenden, desto schneller kann Staan wachsen und unabhängiger werden.
Ein kleiner, aber konkreter Beitrag zur europäischen digitalen Zukunft – direkt über Ihre tägliche Suche. Probieren Sie es einfach mal aus! ??

