
Eine neue Studie des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Potsdam und internationaler Partner aus Grenoble und Madison zeigt, dass die Subduktion – das Abtauchen von Erdkruste in den Erdmantel – Hunderte von Millionen Jahre früher begann als bisher angenommen.

Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass dieser geologische Prozess sowie die Bildung kontinentaler Kruste bereits im Hadaikum, vor 4,6 bis 4,0 Milliarden Jahren, intensiver abliefen als bislang vermutet. Das Hadaikum, die früheste Phase der Erdgeschichte, begann mit der Planetenentstehung und einer Kollision mit einem marsgroßen Körper, die den Mond formte und das Erdinnere schmelzen ließ. Die Erdkruste verfestigte sich vor etwa 4,5 Milliarden Jahren, doch was danach geschah, war lange unklar. Die gängige Theorie ging von einer starren, unbeweglichen Kruste aus, unter der Konvektionsprozesse im Erdmantel abliefen, jedoch ohne Subduktion oder Kontinentbildung, wie sie heute in der Plattentektonik beobachtbar sind.
Das internationale Team des ERC-Synergy-Projekts „Monitoring Earth Evolution through Time“ (MEET) widerlegt diese Annahme. Geochemiker aus Grenoble analysierten Strontiumisotope und Spurenelemente in 3,3 Milliarden Jahre alten Olivinkristallen, während das GFZ-Team geodynamische Simulationen einsetzte, um diese Daten im Kontext der Erdfrühgeschichte zu interpretieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Subduktion und Kontinentbildung im Hadaikum aktiver waren als gedacht, was auf eine dynamischere Frühgeschichte der Erde hindeutet.
Originalpublikation
A. Vezinet, A. V. Chugunov, A. V. Sobolev, C. Jain, S. V. Sobolev, V. G. Batanova, E. V. Asafov, A. N. Koshlaykova, N. T. Arndt, L. V. Danyushevsky und J. W. Valley, Wachstum der kontinentalen Kruste und Subduktion der Lithosphäre im Hadaikum, aufgezeigt durch Geochemie und Geodynamik, Nature Communications2025, https://doi.org/10.1038/s41467-025-59024-6
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