
Vancouver, 21. Juli 2025 – Terra Clean Energy Corp. (CSE: TCEC, OTCQB: TCEFF, FWB: C9O0) hat die Ergebnisse ihres Winterbohrprogramms 2025 auf dem Uranprojekt South Falcon East im Athabasca-Becken, Saskatchewan, veröffentlicht. Die Bohrungen ergaben Uranmineralisierungen, darunter 18,1 Meter mit 0,03 % U3O8, und das Unternehmen plant ein Sommerbohrprogramm mit 2.500 Metern. Während die Ergebnisse Hoffnung auf eine Erweiterung der Lagerstätte Fraser Lakes B wecken, werfen die niedrigen Gehalte, die historische Ressourcenschätzung und insbesondere die Umweltfolgen der Uranexploration erhebliche Fragen auf.

Das hubschraubergestützte Winterbohrprogramm 2025 umfasste sieben Diamantbohrlöcher mit 1.927 Metern auf dem 12.464 Hektar großen South Falcon East-Projekt, 18 Kilometer außerhalb des Athabasca-Beckens und 50 Kilometer östlich der ehemaligen Key Lake-Mine. Die Analyse von 682 Proben ergab mehrere mineralisierte Zonen, insbesondere in den Bohrlöchern SF0065 (18,1 m mit 0,03 % U3O8, inkl. 1,6 m mit 0,12 % U3O8) und SF0067 (3,87 m mit 0,05 % U3O8, inkl. 0,5 m mit 0,17 % U3O8). Erhöhte Werte von Indikatorelementen wie Kobalt, Nickel und Blei deuten auf das Potenzial für höhergradige Vorkommen hin. CEO Greg Cameron betonte, dass die Ergebnisse die besten der Lagerstätte seien und Gehalte bis zu 466 % über dem Durchschnitt lieferten.
Das Sommerbohrprogramm 2025 mit einem Budget von 2 Millionen CAD zielt auf eine Zone mit spröden Strukturen, Tonalteration und mineralisierten Pegmatiten ab, die für hochgradige Uranlagerstätten typisch sind. Die Arbeiten, die im August beginnen, sollen das Potenzial für eine wirtschaftlich tragfähige Lagerstätte klären.
Umweltfolgen der Uranexploration
Die Uranförderung ist mit erheblichen Umweltrisiken verbunden, die bei South Falcon East kritisch betrachtet werden müssen. Das Athabasca-Becken ist eine ökologisch sensible Region mit Feuchtgebieten, borealen Wäldern und zahlreichen Wasserläufen, die für indigene Gemeinschaften und die Biodiversität von zentraler Bedeutung sind. Die hubschraubergestützten Bohrungen und der geplante Betrieb eines lokalen Camps könnten erhebliche Auswirkungen haben:
- Boden- und Vegetationsschäden: Das Niedergehen von Bohrlöchern und der Bau von Zugangswegen, auch wenn sie temporär sind, führt zu Bodenverdichtung und Zerstörung der Vegetation. Die Regenerationszeit in borealen Ökosystemen ist lang, was die langfristige Erholung der betroffenen Flächen erschwert.
- Wasserverunreinigung: Uranexploration birgt das Risiko der Kontamination von Grund- und Oberflächenwasser durch Bohrschlämme, Chemikalien und radioaktive Rückstände. Obwohl Terra Clean Energy keine Details zu Abfallmanagement oder Wasseraufbereitung in der Mitteilung angibt, sind solche Maßnahmen entscheidend, um Schäden an den umliegenden Gewässern zu verhindern, die für lokale Fischpopulationen und Trinkwasserquellen essenziell sind.
- Radioaktive Belastung: Die Förderung von Uran, selbst in der Explorationsphase, erzeugt radioaktiven Abfall, der langfristig sicher entsorgt werden muss. Die niedrigen Gehalte von 0,03 % U3O8 könnten dazu führen, dass große Mengen Gestein bewegt werden müssen, um wirtschaftlich relevante Mengen zu gewinnen, was die Menge an radioaktivem Abraum erhöht.
- Auswirkungen auf indigene Gemeinschaften: Das Projektgebiet liegt in der Nähe von Gebieten, die für indigene Gruppen wie die Cree und Dene kulturell und wirtschaftlich bedeutend sind. Die Pressemitteilung erwähnt keine Konsultationen mit diesen Gemeinschaften, obwohl kanadische Vorschriften wie die „Duty to Consult“ dies erfordern. Fehlende Transparenz in diesem Bereich könnte soziale Spannungen und rechtliche Konflikte auslösen.
- CO2-Fußabdruck: Die hubschraubergestützte Logistik und der Energieverbrauch der Bohrarbeiten tragen zu einem hohen CO2-Fußabdruck bei. Dies steht im Widerspruch zum Namen „Terra Clean Energy“, der den Eindruck von Umweltfreundlichkeit erweckt, obwohl die Uranexploration mit erheblichen ökologischen Kosten verbunden ist.
Wirtschaftliche und technische Herausforderungen
Neben den Umweltbedenken gibt es wirtschaftliche und technische Hürden. Die durchschnittlichen Gehalte von 0,03 % U3O8 sind niedrig im Vergleich zu hochgradigen Lagerstätten wie Cigar Lake (Gehalte bis zu 20 % U3O8). Die historische Ressourcenschätzung von 6,96 Millionen Pfund U3O8 wird von Terra nicht als aktuell eingestuft, was die Unsicherheit erhöht. Die hohen Explorationskosten (2 Millionen CAD für das Sommerprogramm) und die Abhängigkeit von Uranpreisen, die derzeit bei etwa 72 USD pro Pfund liegen, stellen ein Risiko dar. Analysten prognostizieren zwar steigende Preise (bis zu 150 USD bis 2026), doch Schwankungen könnten die Rentabilität gefährden.
Marktkontext und gesellschaftliche Debatte
Die globale Nachfrage nach Uran steigt aufgrund des Ausbaus der Kernenergie als vermeintlich klimafreundliche Energiequelle. Doch die Umweltfolgen der Uranförderung stehen im Widerspruch zu den Nachhaltigkeitszielen, die Terra Clean Energy implizit mit ihrem Namen suggeriert. Die Region Athabasca hat eine Geschichte von Umweltkontroversen, etwa durch die Stilllegung der Key Lake-Mine, die mit Langzeitkosten für die Sanierung radioaktiver Rückstände verbunden war. Terra muss daher nicht nur technische, sondern auch gesellschaftliche und regulatorische Herausforderungen meistern, um Akzeptanz zu sichern.
Fazit
Die Ergebnisse des Winterbohrprogramms von Terra Clean Energy sind ein Schritt in Richtung einer möglichen Erweiterung der Fraser Lakes B-Lagerstätte. Die geplante Sommerkampagne könnte entscheidend sein, um höhergradige Zonen zu bestätigen. Doch die niedrigen Gehalte, die Unsicherheit der historischen Ressourcen und die hohen Kosten werfen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit auf. Noch kritischer sind die Umweltfolgen: Boden- und Wasserschäden, radioaktiver Abfall und fehlende Transparenz zu indigenen Konsultationen erfordern dringend klare Maßnahmen und Kommunikation. Terra Clean Energy steht vor der Herausforderung, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Potenzial in Einklang zu bringen – ein Balanceakt, der im Kontext der sensiblen Athabasca-Region unter strenger Beobachtung steht.

