Trump-Regierung zerstört Artenschutz: „Hotel California“-Vergleich verhöhnt Umweltpolitik

Durch | August 28, 2025

Die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump beginnt mit einem beispiellosen Angriff auf den Endangered Species Act (ESA), eine der zentralen Säulen des Umweltschutzes in den USA. Innenminister Doug Burgum hat die Liste bedrohter Arten, die seit 1973 über 2.370 Pflanzen- und Tierarten schützt, zynisch als „Hotel California“ bezeichnet – ein Ort, den Arten betreten, aber nie verlassen. Dieser provokante Vergleich, inspiriert von einem Song der Eagles, ist nicht nur eine grobe Vereinfachung, sondern ein bewusster Versuch, den ESA zu diskreditieren und die Interessen von Industrie und fossilen Brennstoffen über den Schutz der Biodiversität zu stellen. Die Politik der Trump-Regierung bedroht nicht nur gefährdete Arten, sondern untergräbt gezielt jahrzehntelange Fortschritte im Umweltschutz, während sie die Dringlichkeit der globalen Biodiversitätskrise ignoriert.

Symbolbild Credits Unsplash

Der ESA, unter Präsident Richard Nixon 1973 verabschiedet, ist ein international anerkanntes Instrument, das Arten wie den Weißkopfseeadler, den Amerikanischen Alligator und den Steller-Seelöwen vor dem Aussterben bewahrt hat. Nur 54 von über 2.370 gelisteten Arten konnten bis 2021 von der Liste gestrichen werden, da sie sich erholten, während lediglich 26 Arten ausstarben – ein Beweis für die Wirksamkeit des Gesetzes trotz begrenzter Ressourcen. Doch die Trump-Regierung stellt den ESA als ineffektiv dar, indem sie die niedrige Erholungsrate kritisiert, ohne die wahren Gründe anzuerkennen: chronische Unterfinanzierung und politische Instabilität. Wissenschaftler wie David Wilcove von der Princeton University betonen, dass viele Arten erst dann geschützt werden, wenn ihre Populationen bereits kritisch niedrig sind, was die Erholung zu einer langwierigen Aufgabe macht.

Seit Januar 2025 hat die Trump-Regierung mehrere exekutive Maßnahmen erlassen, die den ESA gezielt schwächen. Dazu gehört die Einschränkung der Definition von „Schaden“, die bisher auch die Zerstörung von Lebensräumen umfasste – die Hauptursache für das Artensterben. Diese Änderung, die im April 2025 vorgeschlagen wurde, würde es erlauben, Projekte wie Ölbohrungen oder Abholzung in sensiblen Gebieten ohne Rücksicht auf bedrohte Arten wie den Nördlichen Fleckenkaus oder den Kalifornischen Rotfußfrosch voranzutreiben. Umweltorganisationen wie das Center for Biological Diversity warnen, dass diese Politik die Grundlage des Artenschutzes zerstört, da Lebensraumverlust die größte Bedrohung für gefährdete Arten darstellt. Ein Bundesgerichtsurteil von 1995, das die weite Definition von „Schaden“ bestätigte, wird von der Regierung ignoriert, was rechtliche Fragen aufwirft.

Die Rhetorik der Regierung, angeführt von Burgum, suggeriert, dass der ESA wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere in der fossilen Brennstoffindustrie, behindert. Dies steht im Einklang mit Trumps erklärtem Ziel der „Energiedominanz“, das fossile Brennstoffe über erneuerbare Energien stellt. Die Deregulierung des ESA soll Unternehmen bürokratische Hürden ersparen, doch Kritiker sehen darin einen klaren Versuch, die Profite von Industrie und Großkonzernen über den Schutz von Ökosystemen zu stellen. Beispielsweise wurde der Bau des umstrittenen „Alligator Alcatraz“-Gefängnisses in den Everglades vorangetrieben, ohne ausreichende Umweltprüfungen, bis ein Gericht dies stoppte. Solche Projekte zeigen, wie die Regierung Umweltgesetze umgeht, um kurzfristige wirtschaftliche Interessen zu fördern.

Die Trump-Regierung hat zudem die Finanzierung für Umweltbehörden wie den U.S. Fish and Wildlife Service drastisch gekürzt und Hunderte von Mitarbeitern entlassen, darunter Wissenschaftler, die für die Erhaltung von Arten wie dem Schwarzfußfrettchen oder dem ‘Akikiki-Vogel auf Hawaii zuständig waren. Diese Kürzungen, unterstützt von Elon Musks sogenannter „Department of Government Efficiency“, gefährden die Fähigkeit der Behörden, den ESA effektiv umzusetzen. Umweltgruppen wie Earthjustice und Wissenschaftler wie Noah Greenwald vom Center for Biological Diversity bezeichnen diese Maßnahmen als „Angriff auf die Biodiversität“ und warnen vor einer beschleunigten Aussterbewelle, die durch Klimawandel und Lebensraumverlust noch verschärft wird.

Die Einrichtung eines sogenannten „God Squad“-Komitees, das ESA-Schutzmaßnahmen aufheben kann, unterstreicht die Rücksichtslosigkeit der Regierung. Dieses Komitee, das nur dreimal in der Geschichte des ESA eingesetzt wurde, könnte unter Trump regelmäßig einberufen werden, um Projekte wie den Bau von Dämmen oder Pipelines durchzusetzen, selbst wenn dies das Aussterben von Arten wie dem Delta-Smelt bedeutet. Trumps Behauptung, dass solche Arten „wertlos“ seien, zeigt eine Missachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Bedeutung der Biodiversität für stabile Ökosysteme.

Die Politik der Trump-Regierung ist nicht nur ein Rückschritt für den Artenschutz, sondern ein Angriff auf die wissenschaftliche Grundlage der Umweltpolitik. Während der Klimawandel und der Verlust von Lebensräumen die globale Biodiversitätskrise verschärfen, priorisiert die Regierung kurzfristige wirtschaftliche Gewinne über langfristige ökologische Stabilität. Der „Hotel California“-Vergleich ist dabei mehr als ein schlechter Witz – er ist ein Symbol für eine Administration, die den Schutz der Natur opfert, um die Interessen von Industrie und Lobbyisten zu bedienen. Ohne sofortige rechtliche und gesellschaftliche Gegenmaßnahmen droht die Trump-Regierung, den Fortschritt von fünf Jahrzehnten Umweltschutz zunichtezumachen und zahlreiche Arten dem Aussterben preiszugeben.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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