Unterirdische Kohlenstoffspeicherung kann Erwärmung nur um 0,7 °C reduzieren

Durch | September 3, 2025

Eine neue Studie des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA), veröffentlicht in der Zeitschrift Nature, zeigt, dass die sichere und praktische unterirdische Kohlenstoffspeicherung (CCS) die globale Erwärmung nur um etwa 0,7 °C reduzieren könnte – fast zehnmal weniger als die bisherigen Schätzungen von bis zu 6 °C. Die Forscher betonen, dass geologische Speicherung eine begrenzte Ressource ist, die verantwortungsvoll und strategisch genutzt werden muss.

Die vom IIASA geleitete Studie, unter der Leitung von Matthew Gidden, kartierte erstmals global verfügbare geologische Speicherstätten, die sicher und praktisch für die CO?-Speicherung geeignet sind. Dabei wurden Risiken wie CO?-Lecks, Erdbeben, Grundwasserverunreinigung und die Nähe zu bevölkerten Gebieten oder Schutzgebieten berücksichtigt. Die Analyse ergab eine globale Speicherkapazität von etwa 1.460 Gigatonnen CO?, weit unter den branchenüblichen Schätzungen von 14.000 Gigatonnen, die oft riskantere Standorte einbeziehen. Etwa 70 % der Speicherstätten befinden sich an Land, 30 % offshore, mit großem Potenzial in Ländern wie den USA, Russland, China, Brasilien und Australien. Länder wie Indien, Norwegen, Kanada und EU-Staaten verlieren durch hohe Risiken erhebliche Speicherkapazitäten.

Die Ergebnisse zeigen, dass selbst die vollständige Nutzung dieser sicheren Speicherstätten die Erwärmung nur minimal umkehren könnte, selbst wenn keine weiteren Emissionen hinzukämen. Dies steht im Kontrast zu früheren, optimistischeren Annahmen, die Risiken für Mensch und Umwelt vernachlässigten. Die Forscher warnen, dass CCS kein Allheilmittel für die Klimakrise ist und nicht dazu genutzt werden sollte, den fortgesetzten Einsatz fossiler Brennstoffe zu rechtfertigen. Stattdessen müsse die Technologie gezielt eingesetzt werden, um CO? aus schwer vermeidbaren Sektoren zu speichern oder direkt aus der Atmosphäre zu entfernen.

Die Studie hebt auch Fragen der globalen Gerechtigkeit auf. Länder mit hohen historischen Emissionen, wie die USA oder China, verfügen über die größten Speicherkapazitäten, tragen aber auch die Hauptverantwortung für den Klimawandel. Eine faire Nutzung erfordert internationale Kooperation und klare Prioritäten, um zukünftigen Generationen Optionen zu erhalten. Co-Autor Joeri Rogelj betont, dass CCS als knappe Ressource verantwortungsvoll bewirtschaftet werden müsse, um langfristige Klimaziele zu erreichen, ohne Gesundheit, Biodiversität oder nachhaltige Entwicklung zu gefährden.

Die Forscher haben eine interaktive Website entwickelt, die Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit Einblicke in die Speicherkapazitäten und Risiken bietet, um fundierte Entscheidungen zu fördern. Sie fordern eine Neuausrichtung der Klimapolitik, die CCS mit schnellen und tiefgreifenden Emissionssenkungen kombiniert, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Klimawandel ist Fakt Credits Tenor

DOI: 10.1038/s41586-025-09423-y)

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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