Kenya PtX-Atlas zeigt Potenziale für grünen Ammoniak aus erneuerbaren Energien

Durch | Juli 29, 2025
Credits: Google DeepMind, pexels

Eine neue interaktive Karte, der Kenya PtX-Atlas, identifiziert geeignete Standorte für die Produktion von grünem Ammoniak aus erneuerbaren Energien in Kenia. Entwickelt vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) basiert der Atlas auf einem Report, der in Zusammenarbeit mit der H2Global Stiftung und der Strathmore University erstellt wurde. Das Projekt „H2Global meets Africa“, gefördert mit 4,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung und Technologie, wird von Fraunhofer IEE, H2Global Stiftung und der OTH Regensburg umgesetzt. Der Atlas ist ein Open-Data-Tool, das das techno-ökonomische Potenzial für grünen Ammoniak visualisiert und politischen EntscheidungsträgerInnen, Energieunternehmen, Projektentwicklern und Investoren weltweit zugänglich ist. Auch Privatpersonen können die Eignung von Flächen prüfen. Ziel ist es, Investitionen auf wissenschaftlicher Basis zu fördern und lokale Wertschöpfung sowie eine klimaneutrale Energieversorgung zu unterstützen.

Credits: Google DeepMind, pexels
Credits Google DeepMind pexels

Der zugrunde liegende Report „Renewable Ammonia: Kenya’s Business Case“ untersucht Geschäftsmodelle für die Ammoniakproduktion im Einklang mit Kenias Wasserstoffstrategie von 2023. Fraunhofer IEE übernahm die GIS-gestützte Standortanalyse, H2Global die Finanzanalyse und Strathmore University die Einbindung lokaler Akteure.Die Land Suitability Analysis des Atlas bewertet Standorte für Wind-, Solar- und Hybridanlagen anhand von über 30 Kriterien auf einer Skala von 0 bis 100. Eine aggregierte Darstellung auf County-Ebene ermöglicht eine übersichtliche Analyse der regionalen Potenziale, filterbar nach Energietyp. Besonders geeignet sind die Regionen Turkana Central, Turkana South, Kisumu und Greater Mombasa aufgrund ihrer natürlichen Ressourcen und Infrastruktur. Modellrechnungen zeigen Gestehungskosten für grünen Ammoniak zwischen 941 EUR/Tonne (Turkana South) und 2.743 EUR/Tonne (Kisumu). Trotz höherer Kosten im Vergleich zu fossil-basiertem Ammoniak sieht der Report Potenzial für rentable Märkte durch Weiterverarbeitung zu Düngemitteln, was lokale Wertschöpfung und Resilienz gegenüber Preisschwankungen fördert.Das Tool ermöglicht standortgenaue Abfragen zu Erzeugungskosten, Volllaststunden und Ressourcen und dient als Entscheidungsgrundlage für PtX-Projekte. Es fördert partnerschaftliche Zusammenarbeit und bietet Europa Perspektiven für den Import klimaneutraler Energieträger. Das Konzept des Atlas könnte auf andere Länder übertragen werden, um transparente Grundlagen für nachhaltige internationale Zusammenarbeit zu schaffen. In Kenia unterstützt die PtX-Produktion die lokale Defossilisierung, den Ausbau erneuerbarer Energien und industrielle Anwendungen, was nachhaltige Industrialisierung und Energiesouveränität fördert. Der Atlas soll künftig auf weitere Länder und PtX-Pfade ausgeweitet werden, um die internationale Zusammenarbeit zu stärken.

Lesen Sie auch

Grünes Ammoniak: Game-Changer für die globale Schifffahrt? | Pugnalom

Neue Erkenntnisse für nachhaltige Ammoniakproduktion | Pugnalom

Autoren-Avatar
LabNews Media LLC
LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände