
Eine umfangreiche retrospektive multizentrische Kohortenstudie, veröffentlicht in PLOS Medicine, untersucht den optimalen Zeitpunkt für die Tiefe Hirnstimulation (THS) bei Parkinson-Krankheit (PD) und zeigt, dass Patienten mit mittlerer Krankheitsdauer (5–10 Jahre) die größten Vorteile erzielen. Die von Shu Wang, Wei Hu und Kollegen der DBS-PDCC2-Kollaboration durchgeführte Studie analysierte Daten von 1.717 Patienten aus sieben chinesischen Zentren, die zwischen 2011 und 2020 eine subthalamische THS erhielten.

Die Patienten wurden in Gruppen mit kurzer (<5 Jahre), mittlerer (5–10 Jahre) und langer (?10 Jahre) Krankheitsdauer eingeteilt. Zwei Jahre nach der Operation verbesserten sich motorische Fähigkeiten (MDS-UPDRS-III), Angst (HAM-A), Depression (HAM-D) und Lebensqualität (PDQ-39) in allen Gruppen signifikant, mit den stärksten Verbesserungen bei mittlerer Dauer: 46,7 % (motorisch), 54,4 % (Angst), 43,4 % (Depression) und 47,9 % (Lebensqualität). Die Levodopa-Reaktion war ein durchgehend positiver Prognosefaktor, während ein höherer motorischer Schweregrad bei kurzer Dauer negative Ergebnisse vorhersagte.
Die Studie betont, dass THS bei mittlerer Krankheitsdauer (5–10 Jahre) das optimale Zeitfenster sein könnte, da diese Gruppe die besten motorischen und neuropsychologischen Ergebnisse zeigte. Patienten mit kurzer Dauer und rascher Symptomprogression hatten jedoch weniger Nutzen, was Vorsicht bei frühzeitiger THS nahelegt. Einschränkungen der Studie liegen in ihrem nicht-randomisierten Design, das Selektionsverzerrungen birgt.
Die Ergebnisse fordern weitere prospektive Studien, um den idealen Operationszeitpunkt zu bestätigen, und könnten die klinische Praxis für Parkinson-Patienten weltweit prägen.
Link zum Artikel: Timing of surgery, outcomes, and prognostic factors of deep brain stimulation in patients with Parkinson’s disease

