VKU-Mitteilung zu neuen Gaskraftwerken: Fossiler Rückschritt  im Sinne Trumps

Durch | August 5, 2025

Eine aktuelle Mitteilung des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zur Genehmigung neuer Gaskraftwerke durch die EU-Kommission wird als Fortschritt für die Energieversorgungssicherheit gefeiert. Doch dieser Jubel ist trügerisch: Die Pläne für neue Gaskraftwerke stehen im Widerspruch zu den Klimazielen und erinnern an die fossile Energiepolitik, wie sie von Donald Trumps Administration gefördert wurde. Eine kritische Analyse zeigt, warum dieser Schritt eher ein Rückschlag für den Klimaschutz ist.

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VKU-Mitteilung: Versorgungssicherheit über Klimaschutz?

Der VKU betont, neue Gaskraftwerke seien essenziell, um „Dunkelflauten“ – Zeiten ohne ausreichende Wind- und Solarenergie – zu überbrücken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Zudem sollen sie den Kohleausstieg beschleunigen und perspektivisch dekarbonisiert werden. Doch diese Argumentation ist fragwürdig. Der Fokus auf Gaskraftwerke als Übergangslösung verlängert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, anstatt den Ausbau erneuerbarer Energien und Speichertechnologien konsequent voranzutreiben. Die VKU-Mitteilung ignoriert zudem die Dringlichkeit der Klimakrise und die Notwendigkeit, CO?-Emissionen sofort drastisch zu senken.

Fossile Interessen statt Klimaschutz

Die Förderung neuer Gaskraftwerke passt eher zur energiepolitischen Ausrichtung von Donald Trump, der während seiner Amtszeit (2017–2021) die Gas- und Ölindustrie massiv unterstützte, als zu einer ambitionierten Klimapolitik. Trump setzte auf fossile Energieträger, um kurzfristige wirtschaftliche Vorteile und Arbeitsplätze in der Industrie zu sichern, während er Klimaschutzmaßnahmen wie das Pariser Abkommen ablehnte. Neue Gaskraftwerke in Deutschland, selbst wenn sie als „Übergangslösung“ bezeichnet werden, binden Kapital und Infrastruktur für Jahrzehnte an fossile Brennstoffe. Die VKU-Mitteilung verschweigt, dass Gas – obwohl weniger CO?-intensiv als Kohle – immer noch erhebliche Treibhausgasemissionen verursacht, insbesondere durch Methanlecks in der Förderung und im Transport.

Rechenbeispiel: Klimaschädlichkeit von Gaskraftwerken

Um die Klimawirkung neuer Gaskraftwerke zu bewerten, lohnt ein Blick auf die Emissionen. Ein modernes Gaskraftwerk emittiert etwa 0,4 kg CO?/kWh, verglichen mit etwa 0,8 kg CO?/kWh für Kohlekraftwerke. Angenommen, ein neues Gaskraftwerk mit einer Kapazität von 500 MW läuft jährlich 2.000 Stunden (eine realistische Annahme für Spitzenlastkraftwerke), ergibt sich folgende Rechnung:

  • Stromproduktion: 500 MW × 2.000 h = 1.000.000 MWh = 1 TWh
  • CO?-Emissionen: 1 TWh × 0,4 kg CO?/kWh = 400.000 Tonnen CO? pro Jahr

Zum Vergleich: Ein Windpark mit vergleichbarer Jahresproduktion (1 TWh) verursacht nahezu keine Betriebsemissionen (ca. 10–20 g CO?/kWh über den Lebenszyklus, also etwa 10.000–20.000 Tonnen CO?). Selbst wenn Gaskraftwerke nur in „Dunkelflauten“ laufen, summieren sich die Emissionen über die geplante Lebensdauer von 20–30 Jahren erheblich. Bei 400.000 Tonnen CO? pro Jahr wären das 8–12 Millionen Tonnen CO? über die Laufzeit – ein massiver Beitrag zur Klimakrise, der durch Investitionen in Speichertechnologien oder erneuerbare Energien vermeidbar wäre.

Berücksichtigt man zudem Methanlecks, wird die Klimabilanz noch schlechter. Methan hat ein Treibhauspotenzial, das etwa 25–80 Mal höher ist als CO? (je nach Zeithorizont). Studien schätzen, dass Methanlecks in der Gasförderung und -verteilung die Klimawirkung von Gas um bis zu 20 % erhöhen können. Die VKU-Mitteilung schweigt zu diesen Risiken und blendet die langfristigen Kosten der fossilen Infrastruktur aus.

Fragwürdige Prioritäten

Die Forderung des VKU nach „technologieoffenen“ Ausschreibungen und einem Fokus auf Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) klingt zunächst sinnvoll, doch auch hier zeigt sich eine Priorisierung wirtschaftlicher Interessen über Klimaschutz. KWK-Anlagen sind zwar effizienter, da sie Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen, aber sie bleiben an fossiles Gas gebunden. Die VKU-Mitteilung erwähnt zwar die „Dekarbonisierung“ bestehender und neuer Kraftwerke, bleibt aber vage, wie und wann dies geschehen soll. Wasserstoff als klimaneutraler Ersatz für Gas ist derzeit weder wirtschaftlich noch in ausreichendem Maße verfügbar, und die Infrastruktur für grünen Wasserstoff ist noch weit von einer flächendeckenden Nutzung entfernt.

Alternative Wege

Anstatt Milliarden in neue Gaskraftwerke zu investieren, könnten diese Mittel in den Ausbau von Speichertechnologien, wie Batteriespeicher oder Pumpspeicherkraftwerke, und in die Modernisierung des Stromnetzes fließen. Studien, etwa vom Fraunhofer-Institut, zeigen, dass eine Kombination aus erneuerbaren Energien, Speichern und Demand-Side-Management „Dunkelflauten“ effektiv abfedern kann. Der VKU ignoriert diese Alternativen zugunsten einer kurzfristigen, fossilen Lösung, die die Abhängigkeit von Gasimporten – etwa aus geopolitisch unsicheren Regionen – verlängert.

Fazit

Die VKU-Mitteilung feiert neue Gaskraftwerke als Fortschritt, doch dieser „Fortschritt“ ist ein Rückschritt für den Klimaschutz. Die Pläne erinnern an Trumps fossile Energiepolitik, die kurzfristige wirtschaftliche Interessen über die globale Klimakrise stellte. Neue Gaskraftwerke binden Deutschland für Jahrzehnte an fossile Brennstoffe, verzögern den Ausbau erneuerbarer Energien und gefährden die Klimaziele.

Anstatt vage Versprechen zur „Dekarbonisierung“ zu machen, sollte die Politik klare Vorgaben für den Ausstieg aus fossilen Energien setzen und Investitionen in echte, nachhaltige Lösungen lenken. Der VKU mag die Interessen der Stadtwerke vertreten, doch die Bürger verdienen eine Energiepolitik, die die Klimakrise ernst nimmt.


Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Durchschnittswerten und vereinfachten Annahmen. Für exakte Emissionen sind spezifische Daten zu Kraftwerkstypen und Methanlecks erforderlich.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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