
Eine repräsentative Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 5.000 Bürgern zeigt massive Skepsis gegenüber der geplanten Wärmewende: 82 Prozent trauen der Politik nicht zu, den Umstieg auf klimaneutrale Heizsysteme bis 2045 sozial gerecht – also ohne finanzielle Überforderung einzelner Gruppen – zu gestalten. Drei Viertel der Befragten sind nicht bereit, höhere Heizkosten für klimaneutrales Heizen zu akzeptieren, obwohl steigende CO?-Preise das Heizen mit Öl und Gas weiter verteuern werden. Die Ergebnisse wurden zum Auftakt der Heat Expo 2025 in Dortmund vorgestellt.
Fast die Hälfte der Deutschen fordert weniger Bürokratie bei der Umsetzung (48 Prozent), klare und verlässliche Vorgaben (43 Prozent) sowie realistischere Ziele und Fristen (40 Prozent). Nur 5 Prozent sehen keinen Änderungsbedarf. Auch eine parallel durchgeführte VKU-Befragung unter Stadtwerken ergibt ein ähnliches Bild: Mehr als die Hälfte der kommunalen Versorger hält eine langfristig bezahlbare Wärmeversorgung unter den aktuellen Rahmenbedingungen für nicht gesichert.

VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing bezeichnet die Umfrage als Weckruf: Die Wärmewende drohe an Akzeptanz zu scheitern, wenn sie nicht für alle finanziell tragbar bleibe. Er fordert einen „Winter der Entscheidungen“ und konkrete Reformen:
- Pragmatischere Novelle des Gebäudeenergiegesetzes, die der Vielfalt der Heizoptionen (Fernwärme, Wärmepumpen, grüne Gase) Rechnung trägt.
- Zügige Vorlage des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes zur Unterstützung des Fernwärmeausbaus.
- Ein Fernwärmepaket, das die gedeckelte Mieterhöhung von 50 Cent pro Quadratmeter auch auf Fernwärme ausweitet.
Weitere Vorschläge betreffen eine Senkung der Stromsteuer auf das EU-Minimum, höhere Förderung für effiziente Wärmenetze (mindestens 3,5 Milliarden Euro jährlich statt der geplanten 1,4 Milliarden) sowie eine Beteiligung des Staates an den Stilllegungskosten stillgelegter Gasnetze, um Mieter und Mittelstand vor explodierenden Umlagen zu schützen.
Liebing betont: Es gebe kein Allheilmittel, sondern nur ein Bündel aus Kosteneffizienz, gezielter Entlastung und strukturellen Reformen, damit die Wärmewende nicht an der Bezahlbarkeit scheitere.

