
Joensuu – Klimawandel-Sorgen gehen in Finnland mit depressiven und angstbezogenen Symptomen einher – unabhängig vom Alter. Doch wer Hoffnung mit konkreten Handlungen verbindet, zeigt deutlich weniger Belastungen. Das gilt auch für die Überzeugung, dass die Gesellschaft insgesamt in der Lage ist, den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Ostfinnland (UEF) mit mehr als 5.000 erwachsenen Teilnehmern.
Die Untersuchung analysierte den Zusammenhang zwischen Klimasorgen, handlungsbezogener Hoffnung (Efficacy-based Hope) und aktivem Engagement einerseits sowie psychischer Gesundheit andererseits. Wer sich aktiv einbringt – etwa durch ehrenamtliches Engagement, eine pflanzliche Ernährung oder Verzicht auf Flugreisen – und dabei hofft, etwas bewirken zu können, leidet seltener unter depressiven oder angstvollen Symptomen.
Die Forschenden sehen darin einen konstruktiven Weg, Klimawandel-Belastungen zu kanalisieren. Solche Kombinationen aus Hoffnung und Handlung stärken das Gefühl der Selbstwirksamkeit und schützen die mentale Gesundheit in Zeiten der Klimakrise.
„Es ist entscheidend, dass Menschen echte Möglichkeiten erhalten, den Klimawandel mitzugestalten“, betont Veera Nieminen, Doktorandin an der UEF und Erstautorin der Studie. „Klare Informationen darüber, welche Maßnahmen wirklich wirksam sind und wie sich jeder einbringen kann, sind unerlässlich.“

Gleichzeitig plädieren die Autoren dafür, die Verantwortung nicht allein bei Individuen zu belassen. Gesellschaftliche Strukturen und Reformen müssen so gestaltet werden, dass sinnvolles Handeln auf persönlicher Ebene möglich wird. Ein breites gesellschaftliches Engagement gegen den Klimawandel lindert nicht nur die ökologischen Folgen, sondern unterstützt auch die psychische Gesundheit der Bevölkerung.
Die Klimakrise ist zugleich eine Krise der mentalen Gesundheit. Mit fortschreitendem Klimawandel wächst die Notwendigkeit, dessen Auswirkungen auf die Psyche besser zu verstehen und gezielte Unterstützung anzubieten. Investitionen in Klimahandlungsfähigkeit und wirksame Maßnahmen könnten doppelt wirken: Sie mildern psychische Belastungen und fördern das Verhalten, das Gesellschaften im globalen Norden ohnehin brauchen.
Die Studie unterstreicht, dass individuelle und kollektive Hoffnung sowie konkrete Schritte gegen den Klimawandel nicht nur den Planeten schützen, sondern auch das Wohlbefinden der Menschen stärken.

