Neue Erkenntnis: Kreatin birgt Vorteile auch für die Frauengesundheit

Durch | Februar 5, 2026
Auch Frauen profitieren von Kreatin. Credits: Ron Lach

Kreatin ist bei Sportlern als Nahrungsergänzungsmittel beliebt. Es soll den Muskelaufbau und die Kraft steigern. Darüber hinaus kann es aber auch positive Effekte auf Gehirn, Knochen und Muskeln haben – gerade bei Frauen, schreibt die Pharmazeutische Zeitung.

Auch Frauen profitieren von Kreatin. Credits: Ron Lach
Auch Frauen profitieren von Kreatin Credits Ron Lach

Kreatin zählt zu den am umfassendsten untersuchten bioenergetischen Substanzen der Ernährungs- und Sportwissenschaft. Über Jahrzehnte hinweg wurde es primär als leistungssteigerndes Supplement im Hochleistungs- und ambitionierten Freizeitsport etabliert. Nun erfährt Kreatin eine substanzielle Neubewertung: Zunehmend wird es als systemisch relevanter Metabolit diskutiert, der für Muskel-, Knochen-, Gehirn- und Stoffwechselgesundheit bedeutend ist.

Kreatin ist eine körpereigene organische Säure, die vorwiegend in der Skelettmuskulatur in Form von Kreatinphosphat gespeichert wird. Es ist ein schnell mobilisierbarer Energielieferant, der die kurzfristige ATP-Regeneration in Geweben mit hohem Energieumsatz stabilisiert – also etwa im Muskel beim Training.

Der tägliche Kreatinumsatz des Menschen liegt bei etwa zwei bis vier Gramm und wird nur teilweise durch Synthese im Körper gedeckt. Die restliche Menge muss zugeführt werden, primär über tierische Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Populationsbasierte Analysen zeigen jedoch, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen häufig unterversorgt sind. Zu diesen zählen nicht nur vegetarisch oder vegan lebende Personen und Ältere, sondern insbesondere Frauen in und nach der Menopause.

Hintergrund

Studien der vergangenen fünf Jahre zu diesen Effekten und zur suboptimalen Versorgung wurden unter anderem von Forschungsgruppen um Abbie E. Smith-Ryan (University of North Carolina at Chapel Hill, USA) und Darren G. Candow (University of Regina, Kanada) durchgeführt. In Übersichtsarbeiten und klinischen Studien beschreiben sie positive Effekte von Kreatin auf das Gehirn wie Kognition und Stimmung. Vor allem wirkt sich Kreatin bei postmenopausalen Frauen, die Kraftsport treiben, aus. Darüber hinaus beeinflusst Kreatin aber auch die Muskelgesundheit von Frauen über die gesamte Lebensspanne hinweg.

Philip D. Chilibeck und Kollegen von der University of Saskatchewan, Kanada fanden in randomisierten, placebokontrollierten Studien bei postmenopausalen Frauen günstige Effekte auf die Knochen und Lean Mass bei Kombination mit Widerstandstraining. Bruno Gualano und Kollegen (Universität São Paulo, Brasilien) untersuchten in Studien zu älteren Frauen Effekte auf Muskelmasse, -funktion und Kognition. Sergej M. Ostojic und Teams führten populationsbasierte Analysen (u. a. mit NHANES-Daten aus den USA) zur unzureichenden Kreatinaufnahme bei Älteren, Frauen und Vegetariern/Veganern durch und zeigten Zusammenhänge mit Gesundheitsrisiken.

Lean Mass bezeichnet die sogenannte Magermasse oder fettfreie Körpermasse, also die gesamte Masse des Körpers abzüglich des Körperfetts. Dazu zählen u.a. Knochen, Muskelmasse, innere Organe, Blut, Haut, Körperwasser, Bindegewebe, Sehnen und Bänder.

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