
Das finnische Technologieunternehmen Donut Lab hat erste unabhängige Testergebnisse seiner Solid-State-Batterie veröffentlicht. Ein Prüfbericht des staatlichen finnischen Forschungszentrums VTT Technical Research Centre of Finland bestätigt außergewöhnlich hohe Laderaten: Eine einzelne Zelle mit 26 Ah Kapazität konnte bei 11C (286 Ampere) in etwa 7,3 bis 8 Minuten vollständig geladen werden – bei guter Kühlung und maximal 63 °C Zelloberflächentemperatur.
Der am Montag veröffentlichte Bericht (VTT CR 00092 26) vom 9. Februar 2026 testete das schnelle Laden einer Donut-Lab-Solid-State-Batterie V1 (Nennspannung 3,6 V, ~94 Wh). Bei 5C (130 A) dauerte der Ladevorgang rund 12 bis 13 Minuten, bei 11C nur 438 bis 477 Sekunden. Die nachfolgende Entladung mit 1C ergab in den meisten Fällen 98 bis 100 Prozent der ursprünglichen Kapazität – ein Hinweis auf geringe Verluste durch Plating oder Degradation.
Donut Lab, bekannt durch seine nabenlosen In-Wheel-Motoren und die Kooperation mit dem Motorradhersteller Verge Motorcycles, hatte die Batterie bereits im Januar auf der CES in Las Vegas als „weltweit erste serienreife Solid-State-Batterie für Fahrzeuge“ vorgestellt. Die extrem schnellen Ladezeiten (im Idealfall unter fünf Minuten für eine volle Ladung) und eine angekündigte Energiedichte von bis zu 400 Wh/kg hatten in der Branche Skepsis und Vorwürfe des „Scam“ ausgelöst.
Thermische Herausforderungen bleiben groß
Der VTT-Bericht unterstreicht jedoch klare Grenzen: Bei unzureichender Kühlung (nur einseitig) stieg die Temperatur auf bis zu 89 °C – in einem Fall musste der Test bei 90 °C aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Nur mit beidseitiger Kühlung und guter Wärmeableitung blieben die Werte im akzeptablen Bereich (max. 63 °C bei 11C). Experten sehen hier ein zentrales Hindernis für den Einsatz in Serienfahrzeugen: Ohne hochleistungsfähiges aktives Kühlsystem drohen Sicherheitsrisiken und beschleunigte Alterung.
Der Test umfasste nur eine einzelne Zelle und einen einzelnen Ladezyklus pro Variante – Langzeittests, Zyklusfestigkeit oder Serienstreuung fehlen bislang. Donut Lab kündigte an, in den kommenden Wochen weitere VTT-Berichte (z. B. zu Energiedichte, Sicherheit und Zyklenlebensdauer) auf der Plattform idonutbelieve.com zu veröffentlichen, begleitet von Videodokumentationen.
Branchenreaktionen gemischt
Während Befürworter von einem möglichen Durchbruch für Nischenanwendungen (Motorräder, Hochleistungs-EV, Drohnen) sprechen, fordern Kritiker umfassendere Daten. „Beeindruckende Einzelwerte, aber Serienreife braucht mehr als einen Labortest an einer Zelle“, kommentierte ein Batterieexperte gegenüber dpa. Verge Motorcycles will die Technologie bereits ab Q1 2026 in seine TS-Pro-Modelle einbauen und verspricht dort Reichweitenverdopplung bei Ladezeiten unter zehn Minuten.
Donut Lab-CTO Ville Piippo betonte: „Wir legen die Karten offen auf den Tisch – unabhängig validiert durch VTT.“ Die nächsten Veröffentlichungen sollen zeigen, ob die Technologie den Sprung vom Labor in die Massenproduktion wirklich schafft.


