Trump lässt iranisches Öl zu – während NATO aus Bagdad flieht und der Krieg eskaliert

Durch | März 20, 2026

Die USA heben vorübergehend Sanktionen gegen 140 Millionen Barrel iranisches Öl auf, das bereits auf See ist. Präsident Donald Trump will damit die explodierenden Benzinpreise bremsen – mitten in einem von ihm mitinitiierten Krieg gegen den Iran. Gleichzeitig zieht die NATO ihre Berater aus Bagdad ab, darunter deutsche Soldaten der Bundeswehr, die unter riskanten Bedingungen evakuiert wurden. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen nennt die Ölsanktionslockerung „very temporary“ und begründet sie als Gegenmaßnahme gegen Teherans Preistreiberei.

Der Widerspruch könnte kaum krasser sein: Washington führt Krieg gegen den Iran, zerstört dessen Militärinfrastruktur – von der Straße von Hormus bis zum Kaspischen Meer –, pumpt aber gleichzeitig iranisches Öl in den Weltmarkt, um die eigenen Zapfsäulenpreise zu retten. Das ist kein strategischer Schachzug. Das ist Panikpolitik, getrieben von Midterm-Ängsten und dem blanken Horror vor $4-Gallonen-Benzin in den USA.

Seit Ende Februar 2026 hat Trump den Konflikt mit Israel gemeinsam eskaliert: Luftangriffe auf iranische Ziele, Zerstörung von Minenlagern auf Kharg Island, israelische Schläge auf Marineeinheiten im Kaspischen Meer – erstmals in dieser Region. Iran kontert mit Drohnen auf US-Botschaften, Angriffen auf Golf-Energieanlagen und Minen in der Straße von Hormus. Ölpreise bei über 110 Dollar, Brent auf Rekordhöhen. Und nun, drei Wochen später, entlastet Trump ausgerechnet den Feind, um den Preisdruck zu mildern. Treasury-Secretary Scott Bessent spricht von „Iranian barrels against Tehran“ – als ob man den Mullahs nicht gerade Milliarden in die Kassen spült, die sie für Drohnen, Raketen und Stellvertreter nutzen.

Die Bundeswehr spürt die Folgen direkt: Gestern kehrten Soldaten der NATO Mission Iraq (NMI) vorzeitig nach Deutschland zurück. Mit A400M-Maschinen unter Hochrisiko aus Bagdad nach Jordanien, dann weiter nach Wunstorf. Verteidigungsminister Boris Pistorius lobt die „herausragende Zusammenarbeit“ mit den USA – die denselben Krieg führen, der die Evakuierung nötig machte. Die NMI wird nun aus der Ferne fortgesetzt, aus Neapel. Etwa 200 deutsche Soldaten bleiben im Nordirak und Jordanien bei Counter-Daesh- und Capacity-Building-Einsätzen. Aber die Botschaft ist klar: Der Irak, jahrelang Stabilisierungsprojekt des Westens, wird zum Kollateralschaden eines US-geführten Iran-Kriegs.

Trump hat nie eine kohärente Strategie gehabt – nur Instinkte und den nächsten Wahlzyklus. Erst „maximum pressure“, dann Bomben, jetzt Sanktionserleichterung für Öl, das Teheran ohnehin an China verhökert. Das Ergebnis:

  • Der Iran gewinnt Zeit und Geld für sein Atomprogramm und seine Proxys.
  • Verbündete wie Israel und Saudi-Arabien sehen sich desavouiert.
  • Die NATO-Mission in Bagdad kollabiert – ein weiterer Beweis für die Zerstörung westlicher Präsenz im Nahen Osten.
  • Globale Energiepreise bleiben volatil, trotz der 140 Millionen Barrel, die nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind (etwa 1,5 Tage Weltverbrauch).

„Very temporary“, sagt der UN-Botschafter. Wie „temporary“ Trumps Muslim-Ban, seine Zölle, seine Truppenabzüge. In Wahrheit ist das der Tiefpunkt: Ein Präsident, der Krieg führt und gleichzeitig den Kriegsgegner entlastet, weil die Wähler an der Tankstelle meutern. America First? Eher Trump First – auf Kosten von Verbündeten, Soldaten und langfristiger Stabilität.

Die Bundeswehr-Soldaten sind sicher zurück. Der Nahe Osten brennt weiter. Und Teheran kassiert doppelt: an der Front und am Ölmarkt. Trumps erratischer Kurs hat aus einem begrenzten Konflikt einen strategischen Albtraum gemacht. Die Rechnung zahlen alle – außer ihm selbst.

Donald Trump Krieg ohne Kongress An der Verfassung vorbei Symbolbild Credits LabNews Media LLC
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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