Montanuniversität Leoben eröffnet europaweit einzigartige Forschungsanlage für nachhaltige Flugtreibstoffe

Durch | März 23, 2026

Die Montanuniversität Leoben hat in Kooperation mit der OMV eine europaweit einzigartige Forschungsanlage in Betrieb genommen. Die neue Infrastruktur am Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes ermöglicht die Untersuchung und Weiterentwicklung verschiedener Prozesswege zur Herstellung von Sustainable Aviation Fuels (SAF). Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie durch finanzielle Beteiligung der OMV.

Die Anlage erstreckt sich über ein ganzes Universitätsgebäude und zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus. Verschiedene SAF-Produktionsverfahren können realitätsnah simuliert, verglichen und hinsichtlich Effizienz, Kosten und Skalierbarkeit bewertet werden. Ziel ist es, die technisch und wirtschaftlich vielversprechendsten Prozesse zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Die experimentellen Arbeiten werden durch moderne Prozesssimulationen und Machine-Learning-Modelle unterstützt, um Entwicklungszeiten zu verkürzen, Risiken beim Scale-up zu minimieren und Technologien „Made in Austria“ effizient in den industriellen Maßstab zu überführen.

Univ.-Prof. Dr. Markus Lehner, Leiter des Lehrstuhls, bezeichnete die Anlage als wesentlichen Meilenstein für eine nachhaltige, klimaneutrale und leistbare Mobilität im Luftverkehr. Sie positioniere Österreich und insbesondere die Steiermark als eines der führenden Innovationszentren in der zivilen Luftfahrt.

Die Planung und Errichtung erfolgten in enger Abstimmung mit der OMV. Als langjähriger Partner bringt das Unternehmen technologische Expertise und industrielle Erfahrung in die Kooperation ein. Die Partnerschaft bündelt wissenschaftliche Exzellenz und industrielle Praxis entlang der gesamten Wertschöpfungskette von SAF. OMV treibt die Entwicklung nachhaltiger Flugtreibstoffe konsequent voran und sieht darin einen zentralen Baustein seiner Strategie zur Reduktion von CO?-Emissionen und zur Gestaltung einer nachhaltigen Energiezukunft.

Martijn van Koten, OMV Executive Vice President Fuels und Chemicals, erklärte, die Partnerschaft mit der Montanuniversität Leoben eröffne neue Wege in der grundlegenden Kraftstoffforschung. Innovation und Technologie bildeten das Fundament des Wandels zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien. Nachhaltige Kraftstoffe ermöglichten bereits heute CO?-reduzierte Mobilität und unterstützten den Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2050.

Das Projekt wird von Bund, Land Steiermark und Stadt Leoben getragen. Innovations- und Mobilitätsminister Peter Hanke bezeichnete Sustainable Aviation Fuels als entscheidenden Baustein für die Dekarbonisierung der Luftfahrt und die neue Anlage als Flagship-Initiative der SAF-Roadmap. Die Multi-Purpose Miniplant sei europaweit einzigartig und ein herausragendes Beispiel für gelungene Kooperation von Politik, Wissenschaft und Industrie. Das Ministerium habe das Vorhaben über die FFG mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Wirtschafts- und Forschungslandesrat Willibald Ehrenhöfer betonte, die Anlage unterstreiche die Exzellenz der Steiermark in Forschung und Kooperation zwischen Wissenschaft und Industrie. Sie bringe den Standort in eine führende Position bei Schlüsseltechnologien für klimafreundliche Mobilität.

Leobens Bürgermeister Kurt Wallner hob hervor, die neue Infrastruktur zeige, wie Forschung in Leoben direkt in praktische Anwendungen münde. Sie stärke die Rolle der Stadt als internationales Zentrum für Technologie und Innovation und bringe Wissenschaft, Industrie und öffentliche Hand zusammen.

Sustainable Aviation Fuels gelten als Schlüsseltechnologie für den klimaneutralen Luftverkehr. Der globale Flugverkehr verursacht etwa zwei Prozent der CO?-Emissionen. Im Rahmen der EU-Initiative „ReFuelEU Aviation“ soll die zivile Luftfahrt bis 2050 klimaneutral werden. SAF, synthetisch hergestelltes Kerosin mit identischen chemischen Eigenschaften wie fossiles Kerosin, kann über den Lebenszyklus mehr als 80 Prozent CO? einsparen und ist drop-in-fähig für bestehende Flugzeuge und Infrastrukturen.

Aktuell sind viele SAF-Prozessketten noch nicht vollständig ausgereift: Effizienzen sind gering, Produktionsmengen begrenzt und Kosten deutlich höher als bei fossilem Kerosin. Genau hier setzt die neue Forschungsanlage der Montanuniversität Leoben an.

Symbolbild Credits Unsplash
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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