Fledermäuse nutzen aktive akustische Strategie zur Beuteortung in lauter Umgebung

Durch | Mai 19, 2026
Panel A: schematic of real-time playback experiment with a signal processor connected to mic, speaker, and bat. The bat receives playback via a speaker and a microphone captures signals.

Kyotanabe (Labnews Media LLC) – Fledermäuse der Art Große Japanische Hufeisennase (Rhinolophus nippon) setzen eine spezielle Strategie ein, um schwache Beuteechos in komplexen und lauten Umgebungen zu erkennen. Forscher der Doshisha University und des American Museum of Natural History haben herausgefunden, dass diese Fledermäuse durch gezielte Anpassung ihrer Echoortungsrufe eine „stille Frequenzzone“ erzeugen, die Störechos minimiert und die Detektion von Beute verbessert.

Die Studie, die am 19. Mai 2026 in der Fachzeitschrift Communications Biology veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Tiere mithilfe der Doppler-Kompensation (DSC) ihre ausgesendeten Rufe so anpassen, dass die höchstfrequenten Echos auf einer konstanten Referenzfrequenz liegen. Dadurch entsteht ein spektraler Bereich oberhalb dieser Referenzfrequenz, der frei von störenden Hintergrundechos bleibt. Dies ermöglicht es den Fledermäusen, die schwachen Echos fliegender Insekten deutlich besser wahrzunehmen.

Die Forscher führten Experimente mit elf wildgefangenen Tieren durch, darunter Phantom-Echo-Tests, Freiflugaufnahmen und Untersuchungen mit fixierten Motten. Die Ergebnisse belegten, dass das gezielte Erzeugen dieser stillen Zone direkt mit dem Jagderfolg zusammenhängt. Wurde künstlich Rauschen in diesen Frequenzbereich eingespielt, sank der Jagderfolg signifikant.

Soshi Yoshida, Erstautor der Studie, erklärte, dass die Fledermäuse die akustische Umgebung aktiv gestalten, anstatt sich allein auf neuronale Verarbeitung zu verlassen. Professorin Shizuko Hiryu von der Doshisha University betonte, dass diese adaptive Strategie eine bemerkenswerte Leistung der Echoortung darstelle und zeige, wie Fledermäuse physikalische Phänomene nutzen, um in komplexen Umgebungen zu jagen.

Die Erkenntnisse liefern neue Einblicke in die sensorische Ökologie von Fledermäusen und könnten auch für technische Anwendungen wie Sonar-, Radar- oder Bildgebungssysteme relevant sein, die in lauten oder gestörten Umgebungen arbeiten müssen.

Die Große Japanische Hufeisennase ist eine von mehreren Hufeisennasenarten, die für ihre hochentwickelte Echoortung bekannt sind. Die Studie unterstreicht, wie diese Tiere in geräuschvollen natürlichen Umgebungen wie Wäldern überleben und effizient jagen können. Die Ergebnisse tragen zum Verständnis der evolutionären Anpassungen bei und könnten langfristig zur Entwicklung robusterer akustischer Technologien beitragen.

DOI

10.1038/s42003-026-10217-9

Die Abbildung zeigt A. den Versuchsaufbau für Freiflugexperimente mit einem kleinen Mikrofon (links) und B. die Frequenzmuster von Impulsen und Echos, gemessen mit dem eingebauten Mikrofon (rechts).credits:
Soshi Yoshida von der Doshisha-Universität
Die Abbildung zeigt A den Versuchsaufbau für Freiflugexperimente mit einem kleinen Mikrofon links und B die Frequenzmuster von Impulsen und Echos gemessen mit dem eingebauten Mikrofon rechts

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Soshi Yoshida von der Doshisha Universität
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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