In einigen Flüssen Nordamerikas sind Antidepressiva und deren Abbauprodukte in teilweise bedenklichen Konzentrationen nachgewiesen worden. Das zeigt eine Studie der University of North Carolina at Chapel Hill, die in der Fachzeitschrift „Environmental Science & Technology“ veröffentlicht wurde.
Forscherinnen und Forscher um Erin Baker hatten Wasserproben aus vier Flüssen nahe Abwassereinleitungen von Kläranlagen sowie aus einem isolierten See in North Carolina untersucht. In Proben stromabwärts der Kläranlagen wurden 17 verschiedene Antidepressiva oder deren Metaboliten gefunden, während stromaufwärts oder im See weitgehend keine Rückstände nachweisbar waren.
Die Konzentrationen einiger Substanzen überschritten demnach Werte, die in früheren Tierversuchen Verhaltensauffälligkeiten und andere toxische Effekte bei Fischen und Kleinkrebsen ausgelöst hatten. Da die meisten Antidepressiva nur unvollständig im Körper abgebaut und in Kläranlagen entfernt werden, gelangen sie über das Abwasser in die Umwelt.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass die untersuchten Gewässer auch als Trinkwasserquellen, für die Landwirtschaft und Freizeitnutzung dienen. Sie forderten weitere Untersuchungen zu langfristigen und kombinierten Expositionen sowie dringend wirksame Reinigungsverfahren für Kläranlagen, um die Belastung der Umwelt zu reduzieren.
Credits
Erin Baker Emily Vincent

