Die Mehrheit der nationalen Klimaanpassungspläne integriert Gesundheitsaspekte nur unvollständig und berücksichtigt vulnerable Bevölkerungsgruppen zu selten. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Analyse von Plänen aus 198 Ländern und der Europäischen Union, die in der Fachzeitschrift The Lancet Planetary Health veröffentlicht wurde.
Obwohl 88 Prozent der Pläne die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels erwähnen, bestehen erhebliche Lücken. Nur zwölf Prozent der Pläne beziehen besonders betroffene Gruppen wie Frauen, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, indigene Bevölkerungen oder Klimamigranten aktiv in die Planung ein. Viele Pläne vernachlässigen zudem wichtige Gesundheitsbereiche wie psychische Gesundheit, Gewalt, Verletzungen, Allergien oder sexuelle und reproduktive Gesundheit.
Nur sechs Länder haben laut der Studie umfassende Finanzierungspläne für gesundheitsbezogene Klimamaßnahmen. Ebenso fehlt es häufig an klaren Zielen, Monitoring-Strukturen und dezentralen Ansätzen, die regionale und lokale Bedürfnisse berücksichtigen.
„Es gibt zahlreiche konkrete Möglichkeiten, Gesundheit besser in die Klimaanpassungspläne zu integrieren“, erklärte Hauptautor Dr. Ilan Cerna-Turoff von der Weill Cornell Medicine. Dazu gehören eine stärkere Einbindung von Gesundheitsministerien, eine aktive Beteiligung vulnerabler Gruppen sowie bessere Budgetierung und Evaluierung.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren sektorübergreifenden Zusammenarbeit, um die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels wirksamer zu bekämpfen.
Credit
Weill Cornell Medicine

