
Tropische Zyklone und die damit verbundenen Starkregen- und Erdrutsch-Risiken werden in Südkalifornien infolge des Klimawandels deutlich zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die am 10. Juni 2026 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht wurde (DOI: 10.1038/s41558-026-02633-w).
Ein internationales Team um Wissenschaftler der Stanford University, des MIT und der Western Michigan University analysierte zukünftige Szenarien für tropische Stürme in der Region. Demnach könnten Ereignisse wie der Rekord-Regen von Hurricane Hilary im Jahr 2023, der Schäden in Höhe von über 900 Millionen Dollar verursachte, bis 2050 deutlich häufiger auftreten. Die Wahrscheinlichkeit für extreme Niederschläge von mehr als 100 Millimetern könnte sich verdoppeln.
Besonders betroffen sind hügelige und gebirgige Gebiete, in denen Starkregen zu Erdrutschen führen kann. Die Studie prognostiziert einen starken Anstieg der exponierten Flächen in Countys wie Los Angeles, Orange, San Diego und San Bernardino. Einkommensschwache Haushalte sind überproportional gefährdet: Ihre Exposition gegenüber hohem Erdrutsch-Risiko könnte sich bis 2050 fast verdreifachen.
Die Autoren sprechen von „grey swan“-Ereignissen – seltenen, aber physikalisch erklärbaren Extremereignissen, die durch die Erwärmung der Ozeane und veränderte atmosphärische Bedingungen wahrscheinlicher werden. Sie fordern eine bessere Vorbereitung, angepasste Bauvorschriften und gezielte Risikoaufklärung für die Bevölkerung.

Credits
Zhu et al Nature Climate Change 2026

