Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) übernimmt die Federführung für das derzeit größte Nationale Artenhilfsprogramm zum Schutz der Wiesenweihe in Deutschland. Bundesumweltminister Carsten Schneider überreichte dem LBV-Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer eine Förderzusage in Höhe von über zehn Millionen Euro.
Das fünfjährige Verbundprojekt startet am 1. Oktober und soll den Bestand der stark gefährdeten Greifvogelart bundesweit stärken. Die Wiesenweihe brütet vor allem in offenen Agrarlandschaften und Getreidefeldern. In Bayern hat der LBV den Bestand durch langjährige Schutzarbeit von drei bekannten Brutpaaren Mitte der 1990er Jahre auf heute mehr als 220 Paare erhöht. Diese Erfahrungen sollen nun auf ganz Deutschland übertragen werden.
„Dass der LBV dieses bundesweite Projekt leitet, ist kein Zufall. Wir haben in Bayern über Jahrzehnte gezeigt, wie praktischer Artenschutz funktioniert: fachlich fundiert, nah an den Brutplätzen und gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten“, erklärte Schäffer.
Das Programm umfasst den Aufbau von Schutznetzwerken in elf Bundesländern, die Verbesserung von Lebensräumen sowie gezielte Maßnahmen zum Schutz von Gelegen und Jungvögeln. Die Wiesenweihe zählt zu den Arten, die besonders vom Ausbau erneuerbarer Energien betroffen sind. Das Projekt trägt damit zur Verbindung von Artenschutz und Energiewende bei.
Die Förderung ist Teil der Nationalen Artenhilfsprogramme und würdigt zugleich das Engagement des im März verstorbenen Parlamentarischen Staatssekretärs Carsten Träger für die Verbindung von Natur-, Arten- und Klimaschutz.
Partner sind unter anderem der Dachverband Deutscher Avifaunisten, die Deutsche Wildtier Stiftung, verschiedene BUND-Landesverbände sowie weitere Naturschutzorganisationen.

