Arktischer Ozean speichert Großteil des Permafrost-Kohlenstoffs

Durch | Juli 31, 2026
Aerial view of rugged shoreline with eroded cliffs, green plains, and tidal pools along the coast.

Bremerhaven/Bremen – Der größte Teil des organischen Kohlenstoffs, der aus auftauendem Permafrost in den Arktischen Ozean gelangt, bleibt im Meeresboden gespeichert und wird nicht in die Atmosphäre freigesetzt. Das zeigt eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) und des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht (DOI: 10.1038/s41561-026-02060-8).

Terrestrischer Permafrost in der Arktis speichert rund 1.300 Gigatonnen organischen Kohlenstoff. In Ozean- und Flussdelta-Sedimenten lagern weitere 400 Gigatonnen. Durch den Klimawandel taut der Permafrost rasch auf; die Temperaturen in der Arktis steigen schneller als irgendwo sonst auf der Erde. Jährlich gelangen derzeit bis zu 0,02 Gigatonnen organischen Kohlenstoffs über Flüsse und erodierende Küsten in die Arktis-See. Prognosen gehen von einem Anstieg dieses Eintrags um 70 bis 150 Prozent bis zum Jahr 2100 aus.

Die Forschenden untersuchten Sedimentkerne vor der Küste von Qikiqtaruk (Herschel Island) in Kanada, die Ablagerungen der vergangenen rund 50 Jahre umfassen. Mit Isotopenanalysen (¹³C und ¹?C) und Messungen des anorganischen gelösten Kohlenstoffs im Porenwasser konnten sie nachweisen, dass Mikroorganismen nur etwa zehn Prozent des organischen Kohlenstoffs aus den Sedimenten in Gase umwandeln, die in die Atmosphäre gelangen können. Der überwiegende Anteil bleibt im Meeresboden gebunden. Die Mikroben bevorzugen dabei frischen marinen Kohlenstoff aus Algenresten gegenüber dem alten Permafrost-Kohlenstoff – sie verhalten sich wie „Gourmet“-Bakterien.

Hintergrund und Einordnung
Auftauender Permafrost gilt als potenziell bedeutende Quelle zusätzlicher Treibhausgase. Die Studie relativiert diese Sorge für den Anteil, der ins Meer gelangt: Der Arktische Ozean wirkt hier als effektive Senke. Dennoch bleibt unklar, wie viel Kohlenstoff bereits vor dem Erreichen des Meeresbodens abgebaut wird. Die Ergebnisse liefern eine präzisere Grundlage für Klimamodelle, die die Folgen des Permafrost-Tauens abschätzen.

Leitautor ist Dr. Manuel Ruben (AWI), Ko-Autorin Prof. Gesine Mollenhauer (AWI und MARUM). Die Arbeit unterstreicht, dass der Meeresboden einen großen Teil des freigesetzten Permafrost-Kohlenstoffs langfristig zurückhält – ein wichtiger, bisher unterschätzter Faktor im arktischen Kohlenstoffkreislauf.

Aerial view of rugged shoreline with eroded cliffs, green plains, and tidal pools along the coast.
Der Permafrost in der Arktis speichert große Mengen organischen Kohlenstoffs Wenn der gefrorene Boden auftaut oder Küstenabschnitte erodieren kann dieser Kohlenstoff ins Meer gelangen wo Mikroorganismen ihn abbauen und in klimaschädliche Treibhausgase umwandeln

Credits
Alfred Wegener Institut Jaroslav Obu
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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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